Archiv fü Juli, 2006

Tassenpost

31.07.06

Heute hatte ich doch tatsächlich Post. Post im Sinne von “keine Rechnung”. Und sogar richtig schöne Post von René von Yet Another Blog, im Rahmen seiner Sonderaktion mit Bildern aus seiner “Tassenphase”.

Ich kann es kaum glauben, schließlich ist es erst das zweite Mal in meinem Leben, dass ich etwas gewonnen habe. Und als Gewinn kann man diese wirklich schöne Karte durchaus bezeichnen (auch wenn es dabei mehr um Schnelligkeit ging). Zudem habe ich meines Wissens vorher noch nie Post bekommen, die so weit gereist ist. Also vielen Dank, René, für diese hübsche Karte, über die ich mich sehr gefreut habe!

tassenpost

Ich mag Tiere. Zumindest die meisten. Auch Vögel, immerhin hatte ich als Kind den klassischen Wellensittich. Aber diese Taube, die jeden Morgen meint, vor unserem Schlafzimmerfenster den Tag einläuten zu müssen… Diese Taube lebt ab sofort gefährlich.

Ich habe gerade mal wieder festgestellt, dass ich kein guter Beifahrer bin. Dabei fahre ich leidenschaftlich gern Auto – vorausgesetzt ich sitze am Steuer und darf dabei schimpfen wie ein Rohrspatz.

In diesem Fall gehört Autofahren zu den entspannendsten Tätigkeiten, die ich mir denken kann. Besonders beliebt: Nächtliche Fahrten auf der Autobahn, mit passender Musik und dem Mond im Visier.
Unter anderem mache ich meinen Fahrlehrer dafür verantwortlich, der mich bereits in meiner ersten Fahrstunde auf die Autobahn gescheucht hat, weil er nicht auf die Uhrzeit geachtet hatte und schnell zurück zur Fahrschule musste.
Ich hatte panische Angst, und allein der kurze Moment auf der Beschleunigungsspur kam mir wie eine halbe Ewigkeit vor. Ich sah die aus meiner Perspektive gigantischen LKWs zu meiner Linken vorbeirauschen, zum Greifen nah, und gab einfach nur Gas, in der Hoffnung auf ein Wunder. Viel mehr blieb mir auch gar nicht übrig, schließlich war ich an sich schon völlig damit überfordert, gleichzeitig zu schalten, zu lenken, Gas zu geben, zu bremsen und das Umfeld im Auge zu behalten. Es mangelte mir schlichtweg an Koordinationsvermögen, was ich aber in der ersten Fahrstunde für völlig normal halte.

Natürlich war ich zuvor auch schon mit Freunden auf einem Idiotenhügel gewesen – ein Ausflug, der ein eher schnelles Ende fand, nachdem ich meinem damaligen Freund einen Reifen an der Bordsteinkante ruiniert hatte. Die Spur war aber auch eng, und das auf einem Verkehrsübungsplatz, also wirklich. Dementsprechend war ich in der ersten Fahrstunde wirklich noch blutiger Anfänger und umso ängstlicher.

Aber dank meines Fahrlehrers, den ich bis heute für den besten seiner Art halte, habe ich diese Angst sehr schnell überwunden und auch bis heute am Steuer nie wieder empfunden – außer man hat mich auf den Beifahrersitz verbannt.

Da gehöre ich zu der wirklich unangenehmen Sorte, die sich verkrampft, regelmäßig den Fußraum auf der Suche nach einer imaginären Bremse mit Tritten malträtiert, die Fingernägel in das Sitzpolster bohrt und zu allem Überfluss noch mit guten Ratschlägen glänzt.
Als Beifahrer könnte ich mich selbst nicht leiden, ich würde mich wahrscheinlich sogar regelmäßig am Straßenrand aussetzen. Zum Glück habe ich es aber immer mit so toleranten und geduldigen Mitmenschen zu tun, dass mir dieses Schicksal bislang erspart geblieben ist.

Und aus diesem Grund, weil ich so dankbar und mir meiner Unausstehlichkeit in diesem Kontext bewusst bin, möchte ich an dieser Stelle Besserung geloben. Ich werde mich wohl auch in Zukunft weiter auf dem Beifahrersitz verkrampfen, einfach weil ich das nur bedingt steuern kann, werde mich aber bemühen, dies möglichst unauffällig zu tun und ansonsten die Klappe zu halten. Immerhin ein guter Vorsatz…

Die unendliche GeschichteVorhin kam ein Stöckchen von Tobias geflogen – er wünscht sich ein Buch, das möglichst zeitnah zu meinem Geburtstag in Deutschland veröffentlicht wurde. Ein recht schwieriges Stöckchen, aber ich habe mich der Herausforderung gestellt.

Dabei hat mich mein Instinkt nicht getrogen. Bevor ich nämlich versucht habe zu googeln, bin ich in Gedanken erstmal mein Bücherregal durchgegangen. Für gewöhnlich ist das immer recht ergiebig. Und wie es sich gehört, steht da auch Michael Endes Die unendliche Geschichte. Es ist 1979 erstmals erschienen, den Monat konnte ich allerdings bislang nicht ermitteln – Tobias möge es mir nachsehen.

Gelesen habe ich das Buch zum ersten Mal mit ungefähr acht Jahren, und kaum ein Buch in meiner Bibliothek sieht so furchtbar und mitleiderregend aus. In diesem seltenen Fall kann ich diesen schlechten Zustand jedoch tolerieren, da er zeigt, wie lange mich dieses Buch nun schon begleitet und wie oft ich es in der Hand gehalten und darin gelesen habe.

Die unendliche Geschichte gehört meiner Meinung nach zu einem der besten Kinder- und Jugendbücher aller Zeiten – es ist ein zeitloser und immer wieder wunderbarer Klassiker, an den ein Harry Potter in meinen Augen nicht heranreichen kann. Ich versuche es an sich zu vermeiden, den Menschen irgendwelche Bücher aufdrängen zu wollen – Geschmäcker sind verschieden, auch und gerade was Bücher angeht, und das ist auch gut so. Und dennoch: Die unendliche Geschichte sollte man gelesen haben. Wirklich.

Und weil das so ist, werde ich dieses Stöckchen auch zum Anlass nehmen, um mich endlich mal wieder mit Bastian auf dem staubigen Dachboden zu verkriechen, um Phantásien mit ihm zu entdecken, um mit Atréju um Artax zu trauern und Rat bei der Uralten Morla zu finden, um der Kindlichen Kaiserin zu begegnen und und und…

Nachtrag (30.07.2006, 13:20h):
Selbstverständlich werde ich das Stöckchen auch weiterreichen, aber erst morgen. Ich bitte um ein wenig Geduld. Dann werfe ich mal, und zwar zu Anne, liljan98, dem Biochomiker und zu Angeline.
Und da Tobias das Stöckchen schon so schön modifiziert hat und ich gerade ein wenig faul bin (hey, es ist Sonntag!), bleibt es dabei: Ich hätte gerne jeweils ein Buch, das in dem Geburtsjahr erschienen ist. Vielleicht sogar eins, das Ihr kennt, mögt etc.? Wahlweise darf es aber auch zum Beispiel eine Platte oder ein Film sein, wem das näher liegt.

Die haben hier irgendwie umgebaut…

Mein Biologe, nachdem er im Wald seiner Kindheit die Orientierung verloren hatte.

Ich mag es nicht sonderlich, wenn mir fremde Menschen zu nahe kommen, im physischen Sinne. Aus dem einfachen Grunde, dass ich es mir gerne selbst aussuche, wann ich in näheren Körperkontakt mit jemandem treten will und wann nicht. Was das angeht, bin ich recht eigen.

Aber leider gibt es immer wieder Zeitgenossen, die offenbar unfähig sind, diesen Wunsch nach Selbstbestimmtheit zu respektieren. Da sind die Leute im Supermarkt, die in der Schlange vor der Kasse hinter mir stehen und meinen, wenn sie mir nur nahe genug kommen, würde es schneller voran gehen. Oder die Leute, die sich im Bus neben mich setzen müssen, obwohl der Bus mehr oder weniger leer ist und folglich noch genügend andere Plätze frei sind. Und das nur, weil ich meistens nicht daran denke, den Platz neben mir mit meiner Tasche zu belegen. Was wiederum wohl daran liegt, dass ich die Sehnsucht mancher Leute nach fremder körperlicher Nähe einfach nicht nachvollziehen kann. Gerade bei den gegenwärtigen Temperaturen versuche ich doch fast schon reflexartig, fremde Körperwärme zu meiden.

In der Buchhandlung kommt es auch regelmäßig zu solch unschönen Situationen, wenn ich dem Kunden etwas am PC zeigen möchte und dieser das gleich als Aufforderung versteht, mir so nah wie nur irgendwie möglich auf die Pelle zu rücken. Das führt manchmal zu den schönsten Verrenkungen, wenn ich einerseits versuche, dem Kunden auszuweichen und eine gewisse Distanz aufrechtzuerhalten, andererseits aber auch noch an die Tastatur gelangen muss. Man sollte meinen, dass der Kunde dann von sich aus ein wenig zurückweicht, aber nein… Und dummerweise sind die aufdringlichsten Kunden auch oft die mit dem strengsten Körpergeruch. Nicht schön.

Ganz anders sieht es dagegen aus, wenn es um Menschen geht, die ich mag, seien es enge Vertraute und Freunde oder auch einfach nur Menschen, die mir sympathisch sind. Da kann ich oft gar nicht an mich halten. Solche Menschen berühre ich unheimlich gerne. Dabei sind es meist kleine Berührungen – den anderen im Gespräch kurz am Arm berühren, im Vorbeigehen die Hand auf die Schulter legen, die Hand halten – mit denen ich meine Zuneigung ausdrücke, je nach Grad der Intimität. Bei manchen Menschen, die mir sehr nahe stehen, kann ich kaum die Finger bei mir behalten, die möchte ich ständig berühren, um zu spüren, dass sie da sind, um eine Verbindung herzustellen, um ihnen zu zeigen, dass sie mir wichtig sind. Dabei sind diese Berührungen oft sogar unbewußt.

Dafür erlebe ich solche Berührungen von anderen umso bewußter. Ich finde, solche kleinen, unauffälligen Berührungen sind eine wunderbare Möglichkeit, im Alltag auch jenseits großer Gesten und Worte Zuneigung zum Ausdruck zu bringen.


You Communicate With Your Body


This isn’t as bad as it sounds, it just means that you’re a “touchy-feely” person.
You need a lot of affection in your life. And for you, this means both giving and receiving little touches.Warm hearted, you bond with people easily. In fact, you often feel a little sad when you’re not in the company of others.A little moody, you tend to be controlled by your emotions. But a bit hug always comforts you!
How Do You Communicate?

Dazu passend noch dieser kleine Test – allein schon, weil dieses Bild an kühlere Temperaturen denken lässt. Dann machen solche Berührungen auch gleich wieder viel mehr Spaß.

An sich halte ich es für sehr lobenswert, Vorsätze in die Tat umzusetzen. Aber bei diesen Temperaturen Sport zu treiben ist ziemlich idiotisch. Und ich hatte vor allem vergessen, wie unglaublich schweißtreibend die Ginga ist. Blöd, schön blöd.

Wenn mir doch jetzt jemand mit einer gekühlten Federboa Luft zufächeln würde…

Tribal One (Tribal Embroidery)Bei der Arbeit habe ich mich heute um die Lieferung neuer Paperblanks gekümmert. Dabei handelt es sich um wunderschöne, extrem hochwertig und aufwendig gestaltete Notiz- und Skizzenbücher, Kalender und Adressbücher. Ich muss zugeben, dass ich in dieser Richtung selten etwas so Schönes gesehen habe – eigentlich noch nie, um genau zu sein.

Ich hatte neulich schon begeistert in dem neuen Katalog geblättert, aber es ist doch nochmal was ganz anderes, die Bücher dann wirklich in Händen zu halten. Dabei ist mir zum wiederholten Male aufgefallen, dass viele Motive, die ich im Katalog auf Anhieb schön fand, tatsächlich dann gar nicht so atemberaubend aussehen, während andere erst in Natura ihre volle Pracht entfalten.

Und weil ich eine Schwäche für solch schöne Dinge habe, war diese Arbeit heute natürlich fatal. Aber ich habe mich beherrscht – zu meiner Sammlung sind nur zwei neue Exemplare dazugekommen. Und das eine ist schon ein Kalender für das nächste Jahr, das zählt also gar nicht wirklich. Ich finde, ich war sehr standhaft und tapfer. Und ein Notizbuch kann man immer mal gebrauchen – irgendwann, für irgendetwas.