Vorhin kam ein Stöckchen von Tobias geflogen – er wünscht sich ein Buch, das möglichst zeitnah zu meinem Geburtstag in Deutschland veröffentlicht wurde. Ein recht schwieriges Stöckchen, aber ich habe mich der Herausforderung gestellt.
Dabei hat mich mein Instinkt nicht getrogen. Bevor ich nämlich versucht habe zu googeln, bin ich in Gedanken erstmal mein Bücherregal durchgegangen. Für gewöhnlich ist das immer recht ergiebig. Und wie es sich gehört, steht da auch Michael Endes Die unendliche Geschichte. Es ist 1979 erstmals erschienen, den Monat konnte ich allerdings bislang nicht ermitteln – Tobias möge es mir nachsehen.
Gelesen habe ich das Buch zum ersten Mal mit ungefähr acht Jahren, und kaum ein Buch in meiner Bibliothek sieht so furchtbar und mitleiderregend aus. In diesem seltenen Fall kann ich diesen schlechten Zustand jedoch tolerieren, da er zeigt, wie lange mich dieses Buch nun schon begleitet und wie oft ich es in der Hand gehalten und darin gelesen habe.
Die unendliche Geschichte gehört meiner Meinung nach zu einem der besten Kinder- und Jugendbücher aller Zeiten – es ist ein zeitloser und immer wieder wunderbarer Klassiker, an den ein Harry Potter in meinen Augen nicht heranreichen kann. Ich versuche es an sich zu vermeiden, den Menschen irgendwelche Bücher aufdrängen zu wollen – Geschmäcker sind verschieden, auch und gerade was Bücher angeht, und das ist auch gut so. Und dennoch: Die unendliche Geschichte sollte man gelesen haben. Wirklich.
Und weil das so ist, werde ich dieses Stöckchen auch zum Anlass nehmen, um mich endlich mal wieder mit Bastian auf dem staubigen Dachboden zu verkriechen, um Phantásien mit ihm zu entdecken, um mit Atréju um Artax zu trauern und Rat bei der Uralten Morla zu finden, um der Kindlichen Kaiserin zu begegnen und und und…
Nachtrag (30.07.2006, 13:20h):
Selbstverständlich werde ich das Stöckchen auch weiterreichen, aber erst morgen. Ich bitte um ein wenig Geduld. Dann werfe ich mal, und zwar zu Anne, liljan98, dem Biochomiker und zu Angeline.
Und da Tobias das Stöckchen schon so schön modifiziert hat und ich gerade ein wenig faul bin (hey, es ist Sonntag!), bleibt es dabei: Ich hätte gerne jeweils ein Buch, das in dem Geburtsjahr erschienen ist. Vielleicht sogar eins, das Ihr kennt, mögt etc.? Wahlweise darf es aber auch zum Beispiel eine Platte oder ein Film sein, wem das näher liegt.

30. Juli 2006, um 15:29
[...] Diesmal von Bina. Gefragt ist ein Buch, das in meinem Geburtsjahr erschienen ist. Gar nicht so einfach, dieses Unterfangen. Google spuckte dauernd nur Günter Grass’ “Die Rättin” aus. Nachdem ich mit Grass aber nicht viel anfangen kann, suchte ich weiter. Etwas überrascht (aber nur etwas ) stellte ich fest, dass die meisten Schriftsteller, deren Bücher ich gerne lese, bereits vor meiner Geburt verstarben. Schliesslich kam mir jedoch die rettende Idee: War nicht Süskinds “Parfum” etwa um 1986 veröffentlicht worden? Naja, zumindest fast, nämlich 1985. Nachdem ich mich jetzt aber schon ganz dusselig gesucht habe, nehme ich Paul Watzlawicks “Vom Schlechten des Guten“. Das erschien 1986. Ich kenne es zwar noch nicht, aber da ich bereits andere Bücher von ihm gelesen habe, halte ich es für eine gute Wahl und setz es auf meinen Wunschzettel. Vielleicht komme ich ja demnächst dazu, es zu lesen [...]