Abendbrot
31.08.06
Leckerbissen | Link | 3 Kommentare | Tags:keine
Bis vor einiger Zeit musste man bei H&M den Personalausweis vorzeigen, um mit ec-Karte zahlen zu können. Das war insofern immer sehr unangenehm für mich, als dass mein Ausweis seit Jahren abgelaufen war, die Kassiererinnen bei H&M aber immer ganz genau hinschauten und auch gerne den ein oder anderen Kommentar abgaben.
Aber irgendwie hatte ich Glück und bin fast immer bei der gleichen Kassiererin gelandet, die mein Problem irgendwann kannte und mir deshalb das lästige Hervorkramen des abgelaufenen Dokuments ersparte. Was das jetzt über meine Kaufgewohnheiten verrät, ist zum Glück ein anderes Thema.
Auf jeden Fall habe ich diese Kassiererin seit bestimmt drei Jahren nicht mehr gesehen, mein Personalausweis ist gerade ein Jahr alt geworden und dementsprechend noch lange gültig, und H&M akzeptiert ec-Karten inzwischen auch so.
Und heute morgen sitze ich beim Friseur auf der Wartebank und frage mich, woher mir das Gesicht neben mir so bekannt vorkommt. Im Gespräch stellte sich dann heraus, dass es eben jene Kassiererin war.
Sie konnte sich sogar an mich und meinen Personalausweis erinnern – aber was mich wirklich geschockt hat, war die Tatsache, dass sie sich sogar fast noch an meinen Nachnamen erinnern konnte und nur knapp daneben lag. Wow. Das hat mich wirklich schwer beeindruckt.
Und jetzt fühle ich mich ganz schlecht, weil ich mir nur sehr schwer Namen merken kann und in der Buchhandlung auch altbekannte Stammkunden immer nochmal danach fragen muss. Die meisten nehmen mir das nicht übel und freuen sich umso mehr, wenn ich sie beim nächsten Besuch wieder mit Namen ansprechen kann. Andere wiederum halten es offensichtlich für unter ihrer Würde, ihren Namen ein zweites Mal zu nennen, und geben lieber die gekränkte Diva.
Nun ja, mir soll’s recht sein. Es ist nur noch ein Nebenjob, und ich habe noch genug andere Dinge im Kopf. Und in sieben Jahren gab es nur einen einzigen Kunden, der auch meinen Namen kannte und mich auch dementsprechend immer damit angeredet hat. Ich bemühe mich, kann aber für nichts garantieren.
Und doch bewundere ich es sehr, wenn ich sehe, was für ein unglaubliches Namensgedächtnis manche Menschen haben – und das heute war so ziemlich das extremste Beispiel, das mir je untergekommen ist.
Querbeet | Link | 3 Kommentare | Tags:Damals, Kaufrausch
Man müsste heutzutage nochmal Kind sein. Wirklich. Die Kinder heutzutage sind nämlich alle ganz besonders schlau und ihrer Zeit sowieso immer schon um Jahre voraus.
Die Grundschule zum Beispiel, die dient heutzutage nur noch der Unterhaltung, schließlich können die Kinder alle schon lange vorher perfekt lesen, schreiben und rechnen. Wobei das eigentlich auch egal ist, immerhin steht bereits seit ihrem dritten Lebensjahr zweifelsfrei fest, dass sie ihr Geld mal als Virtuose auf der Geige (wahlweise am Klavier) verdienen werden.
Und spätestens mit zehn Jahren lesen sie dann mit Begeisterung Shakespeare. Selbstverständlich nicht in der deutschen Übersetzung, sondern im Original – mit allem anderen wären sie schlichtweg unterfordert.
Und die Förderung ist natürlich ganz besonders wichtig, von elementarer Bedeutung sogar – wenn das Kind schon sooo unglaublich weit ist, darf man diese herausragenden Fähigkeiten natürlich nicht verkümmern lassen.
Eine ganze Generation neuer Einsteins, die da heranwächst – nur dass die natürlich nie sitzenbleiben würden… (Wobei ich gerade lese, dass Einstein diesbezüglich gerne Unrecht getan wird und er eigentlich ein guter Schüler war – wie dumm von mir.)
Buchhandeln | Link | 1 Kommentar | Tags:keine
Es war eigentlich schon schlimm genug, dass der Bus über eine Viertelstunde zu spät kam (Fahrpläne werden definitiv völlig überbewertet) und ich deshalb den Anschluß verpasst habe.
Aber dass die Regenwolken dann noch meinten, sich über eine Stunde lang aufsparen zu müssen, bis ich den restlichen Fußweg nach Hause antrete, nur um sich dann geballt direkt über mir zu entladen – nein, darauf hätte ich verzichten können.
Jetzt bin ich nicht nur genervt, sondern auch noch bis auf die Knochen durchweicht und durchgefroren.
Aber zum Ausgleich werde ich jetzt den Feierabend umso mehr genießen, mich in meinem geliebten samtenen Hausanzug mit einer Wolldecke auf das Sofa kuscheln, Tee trinken und Katzen purken. Und mich freuen, dass ich mit meinem Laptop auch auf dem Sofa gemütlich meine Lieblingsblogs lesen kann – perfekt zum Abschalten!
Querbeet | Link | 3 Kommentare | Tags:keine
In der Buchhandlung, in der ich arbeite, gibt es kein Warenwirtschaftssystem. Um trotzdem sicherstellen zu können, dass alle Bücher ordentlich im Regal stehen und nicht im Lager vergessen werden, versehen wir fast alle Bücher mit kleinen Kärtchen, auf denen die wichtigsten Daten vermerkt sind.
Wird ein Buch verkauft, so nehmen wir dieses Kärtchen vorher heraus, um damit später ein neues Exemplar von diesem Titel aus dem Lager zu holen. Ein recht einfacher, aber doch effektiver Kontrollmechanismus.
Auf viele Kunden scheinen diese Kärtchen eine nahezu unwiderstehliche Anziehungskraft auszuüben. Gerne nehmen sie sie hinten aus dem Buch heraus, um sie dann wahllos zwischen den Seiten zu verstecken, oder sie packen sie in irgendein anderes Buch oder halten sie uns einfach empört unter die Nase (”Hier, die steckte in dem Buch da!”).
Manche Kunden aber sind immer wieder für eine Überraschung gut. Wie die Kundin heute. Sie kommt mit einem Wörterbuch zur Kasse, um es zu bezahlen.
Als sie sieht, dass meine Kollegin das Kärtchen hinten aus dem Buch nimmt, fährt sie dazwischen:
- Die Karte lassen Sie mal schön da drin!
- Nein, tut mir leid, die ist nur für uns, zu Lagerzwecken.
- Das ist mir egal, wofür die ist, ich brauche die, also lassen Sie die da drinnen!
- ?!
- Ich brauche die als Lesezeichen.
- Es tut mir wirklich leid, aber ich muss diese Karte hier behalten.
- Dann geben Sie mir gefälligst ein anderes Lesezeichen umsonst, wenn Sie mir das schon wegnehmen wollen.
Ein Argument, dem man sich kaum verschließen kann. Besonders nicht bei einem Latein-Wörterbuch – da ist ein Lesezeichen wirklich unumgänglich…
Buchhandeln | Link | 6 Kommentare | Tags:Sonderbar
Es gibt Kunden, bei denen ich vor Begeisterung am liebsten Luftsprünge machen würde, wenn ich sie die Buchhandlung betreten sehe. Solche Kunden sind der Grund, warum ich meinen Beruf trotz allem sehr mag.
Gleichzeitig liefern mir eben jene Kunden auch keinen Grund, mich abreagieren zu müssen, weshalb sie hier selten bis nie erwähnt werden. Aber es gibt sie, das wollte ich nur mal klarstellen.
Und dann gibt es auch noch eine Handvoll Kunden, bei deren Erscheinen ich am liebsten schreiend das Weite suchen würde. Und die Kundin, die selbst unter dieser Handvoll noch besonders negativ auffällt, hatte heute offensichtlich nur darauf gewartet, mich heimsuchen zu können.
- Tja, ich brauche irgendein Hörbuch, Grundschule, geben Sie mir da mal was.
- Handelt es sich denn um ein Mädchen oder um einen Jungen?
- Was soll denn die Frage? Das tut ja wohl hier wirklich nichts zur Sache! *keif*
- Nun gut, dann will ich mal schauen… Wie wär’s denn mit Wir Kinder aus Bullerbü von Astrid Lindgren? (da die Kundin mir das Geschlecht des Kindes partout nicht verraten wollte, hatte ich geglaubt, damit eine recht neutrale Geschichte gefunden zu haben – ein Irrglaube, wie sich dann herausstellte)
- Was soll das denn? Das kann ich ja wohl kaum einem Jungen schenken. Also, sowas kann ich ja leiden. Wenn Sie keine Ahnung haben, dann sagen Sie das doch einfach und halten den Mund, dann muss ich mir den Mist hier nicht länger anhören!
Und das bei einer Frau, die schon unter normalen Umständen eine extrem unangenehme Stimme hat und durch ihre überdrehte Art auffällt. Und dann noch Lehrerin.
Nun, da ein paar Stunden vergangen sind, kann ich darüber lachen, aber zwischenzeitlich war ich auch einfach sprach- und fassunglos – und habe mich verzweifelt gefragt, was bei Astrid Lindgren dieses Trauma bei der Frau ausgelöst haben mag.
Merkwürdig. Ich habe als Kind auch die gesammelten Werke von Astrid Lindgren verschlungen, bin mir aber keiner negativen Spätfolgen bewusst. Was aber wahrscheinlich daran liegt, dass ich ein Mädchen bin – bei Jungen sieht das offenbar ganz anders aus.
Wieder was für die Zukunft gelernt.
Buchhandeln | Link | 8 Kommentare | Tags:Sonderbar
Eigentlich müsste ich mich gerade über Apple ärgern. Immerhin könnte mein Akku jederzeit in Flammen aufgehen, und trotzdem scheint es unmöglich zu sein, einen neuen anzufordern.
Die Seriennummer passt zwar, wird aber vom System nicht anerkannt, und bei der Hotline habe ich nach einer knappen halben Stunde das Handtuch geschmissen – obwohl die aus musikalischer Sicht schon fast so etwas wie ein Highlight unter den Hotlines ist.
Wie gesagt – eigentlich. Uneigentlich habe ich gerade sehr viel Spaß mit den drei neuen Spots von Apple. Nicht alle Werbung ist schlecht…
Mac & Co., Strandgut | Link | 2 Kommentare | Tags:Apple, Werbung
Schon seit einiger Zeit beobachte ich – ein wenig neidvoll, wie ich zugeben muss – andere Blogger und deren Plüschtiere, zum Beispiel hier.
Damit konnte ich bislang nicht aufwarten. Mathilde, die Ratte, fühlt sich zwar schon länger bei mir heimisch, zog bislang aber ein Leben im Verborgenen dem Ruhm des Internets vor.
Nun aber, da sie eine Gefährtin hat, hat sie beschlossen, sich erstmals und exklusiv hier in meinem Blog der Öffentlichkeit zu präsentieren. Darf ich vorstellen: Mathilde und ihre neue und beste Freundin Liselotte, die blogeigenen Plüschtiere.
Und falls sich jemand fragen sollte, worauf die beiden da sitzen – das ist meine neueste Errungenschaft aus der Ikea-Abteilung “Aufbewahren und Verstauen”, quasi die Mädchenvariante der altbekannten blauen Riesentüte.
Blog | Link | 7 Kommentare | Tags:Ikea, Kaufrausch