Mir ist schlecht. Und schwindelig. Und mulmig – ich weiß gar nicht, wie ich diese ganzen neuen Eindrücke auf die Schnelle verarbeiten soll.

Jetzt habe ich also eine Brille, ich kann nicht nur auf einmal scharf, sondern auch noch dreidimensional sehen. Und das ist ganz schön heftig, wenn man es nicht gewohnt ist. Vor allem merke ich gerade, dass es manchmal auch von Vorteil sein kann, nicht alles immer so genau zu sehen. Wenn ich mir hier zum Beispiel so den Dreck in den Ecken angucke – ab sofort gilt für die Katzen ein absolutes Flusenverbot.

Am überwältigsten aber ist die Erkenntnis, wie schlecht meine Sehkraft wirklich die ganze Zeit war. Ich habe mich bemüht, den Kontrast anhand eines alten Fotos deutlich zu machen:

Julia

Man stelle sich dabei bitte eine Entfernung zum Objekt von 1m vor, alles darüber hinaus hat sich dementsprechend noch weiter verschlechtert. Ein Wunder, dass ich im Supermarkt noch nie mit dem falschen Mann mitgegangen bin.

Und wo ich gerade beim Thema bin: Sehr unheimlich ist mir gerade mein Biologe – entweder er ist nicht ganz ehrlich und versucht mich zu beruhigen, oder aber er hat einen Fetisch, von dem ich bislang nichts wusste.
Seit ich die Brille auf der Nase habe, erzählt er mir unentwegt, wie gut sie mir doch stehen würde und dass sie wie für mich gemacht sei. Und ich weiß nicht, was ich davon halten soll.

Und jetzt werde ich mir für den Rest des Tages völlig fasziniert die Rauhfasertapete an der Decke angucken.

4 Kommentare zu “Scharfe Aussichten”

  1. liljan98 schreibt:

    Die gleiche Erfahrung hatte ich vor… *rechnetkurznach* … fast 14 Jahren. Ich merkte schon damals, dass meine Sehkraft nicht mehr so wirklich 100% betrug. Spätestens als ich die Sachen an der Tafel (ja, damals war ich noch in der Schule) nur von der ersten Reihe aus deutlich lesen konnte. Da aber für den Führerschein eh ein Sehtest gemacht werden musste, hab ich einen Besuch beim Augenarzt und Optiker immer etwas hinausgezögert. Beide haben dann auch die Hände überm Kopf zusammengeschlagen *g* Und als ich dann ein paar Tage später mit meiner Brille auf der Nase das Geschäft verließ war mir auch klar warum. Der Unterschied war ähnlich wie auf den Fotos oben :-)

  2. Bina schreibt:

    Ich habe damals ganz dreist geschummelt. Mein rechtes Auge war immer schon recht mies, weshalb ich mit 17 mal eine Kontaktlinse hatte. Die habe ich beim Sehtest dummerweise eingesetzt (und dann direkt verloren), weshalb von Anfang an eine Sehhilfe in meinem Führerschein steht.
    Also bin ich seitdem immer verbotenerweise ohne Sehhilfe gefahren. Auch mit gutem Gewissen, nachdem mir mit 20 ein Augenarzt gesagt hat, ich bräuchte gar keine Sehhilfe. Aber auch immer mit Angst vor einer Kontrolle.

    Und heute bin ich das erste Mal in meinem Leben legal und ohne schlechtes Gewissen Auto gefahren – ein sehr befreiendes Gefühl!

  3. emily schreibt:

    glückwunsch, bei der schlechten sehkraft war die brille eine wirklich gute entscheidung. brille trage ich schon seit ewigen zeiten, seit gut einem halben jahr habe ich auch linsen und kann hin- und herwechseln wie ich möchte. sollte mir auch mal wieder eine neue brille gönnen. wenn die gläser nur nicht so teuer wären …

  4. rchaefer schreibt:

    Mich machen Frauen mit Brille extrem scharf. Es gibt nicht schöneres für mich

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