So langsam macht sich hier eine gewisse Anspannung breit. Am Freitag läuft die Frist ab, die mit acht Wochen eh schon viel zu großzügige Frist, um die Diplomarbeit von meinem Biologen zu bewerten.
Die Koreferentin schrieb schon anderthalb Wochen nach Abgabe eine Email, dass sich der Biologe seine Diplomarbeit abholen könne. Sie meinte, sie würde keinen Sinn darin sehen, sich die Diplomarbeit erstmal wochenlang in die Ecke zu legen, wenn sie sich die auch direkt ansehen könne.
Eine Einstellung, mit der sie an der Uni weitestgehend allein zu sein scheint. Der werte Herr Professor, der diese Diplomandenstelle überhaupt erst angeboten hat, scheint es wohl für unter seiner Würde zu halten, überhaupt nur einen Blick auf die Diplomarbeit zu werfen.
Aber warum sollte man auch nur einen Finger rühren, wenn man es sich auf seinem Lehrstuhl schon so bequem gemacht hat?
Schließlich zeigt der Herr schon die ganze Zeit eine ungeheure Begabung darin, jegliche Verantwortung von sich zu weisen, seine eigenen Projekte entweder zu ignorieren oder aber so gut wie unmöglich zu machen. Macht erlaubt Desinteresse.
Nun ja. Am Freitag läuft jedenfalls die Frist ab, und es würde mich doch sehr erstaunen, wenn die Note bis dahin steht. Und die Studienordnung gilt eh nur für die Studenten und nicht für die, die sie gemacht haben…

21. August 2006, um 11:07
Und die Studienordnung gilt eh nur für die Studenten und nicht für die, die sie gemacht haben…
Das kenne ich irgendwoher. Meistens mit tollen Begründungen wie “es ging eben nicht anders”.
Schön fand ich dazu aber den Spruch eines Lehrstuhl Mitarbeiters nach einer Klausur: “Von mir bekommt ihr die Ergebnisse spätestens in 3 Wochen. Ich bin nicht so ein Sesselpupser wie viele meiner Kollegen!”. Das war irgendwie aufbauend.
21. August 2006, um 12:57
Na, warum wehren sich wohl einge Professoren gegen ihre Erwähnung bei meinprof.de?
Ich habe ja damals davon geträumt, dass über jeden Prof an der Uni im Bildungsministerium eine Akte geführt wird. Da kämen einfach mal alle Beschwerden rein, die so anfallen. Wenn sich dann Vorfälle häufen, dann würde der Sache nachgegangen und der Prof müsste Stellung nehmen.
Denen fehlt einfach eine Kontrolle. Die bei manchen zum Höhenflash führt. Weswegen C4 bei mir ja auch nur eine Abkürzung für “Cäsarenwahn Stufe 4″ ist.
21. August 2006, um 18:47
Das kommt auch mir bekannt vor. Mein Prof. ist die Unzuverlässigkeit in Person. Ich muss ihn an alles zig Mal erinnern, ihm wegen bestimmter Unterlagen wochenlang hinterherrennen und Post, die ich an ihn schicke, geht prinzipiell “verloren” – dieser Zustand raubt mir regelmäßig jegliche Nerven. Und eigentlich möchte man sich doch auf den Inhalt der eigenen Arbeit konzentrieren. Die miesen Rahmenbedingungen an den Unis machen das nicht gerade einfach.
22. August 2006, um 10:09
@ marcc:
Sehr schön, “Cäsarenwahn”. Das trifft es leider nur zu gut. Und von so einer Akte träume ich auch. Generell sollte einfach mal überprüft werden, ob gewisse Professoren überhaupt noch Leistung erbringen und ihre Position nicht einfach nur mißbrauchen. Zum Beispiel wenn sie sich aus Faulheit weigern, eine Diplomarbeit zu bewerten und diese Aufgabe lieber an andere delegieren, die dazu nicht einmal qualifiziert sind…
@ Blütenstaub:
Ich habe auch immer das Gefühl, nicht mit oder an der Uni, sondern gegen die Uni oder vielmehr trotz Uni zu studieren. Weil einem das Studium an sich oft nur erschwert wird.
Wobei ich mich inzwischen auch schon fast daran gewöhnt habe, dass man sich auf nichts verlassen kann und sich immer dreifach absichern sollte.