Ich habe das – in meinen Augen – große Glück gehabt, in einer sehr warmherzigen, liebevollen Atmosphäre aufzuwachsen. Eine Atmosphäre der Nähe, in der man auch ohne große Worte füreinander da ist, sich versteht, aber auch nicht davor zurückschreckt, deutliche Worte zu finden, wenn sie denn nötig sind. Eine Atmosphäre, in der es völlig normal ist, den anderen einfach mal in den Arm zu nehmen, seiner Zuneigung Ausdruck zu verleihen, seine Gefühle offen zu zeigen.
Umso schwerer fällt es mir da, Zugang zu Menschen zu finden, die nicht so offen und herzlich sind, sondern eher distanziert, zurückhaltend und kühl. Ich neige dazu, solch ein Verhalten schnell persönlich zu nehmen, mich abgelehnt und nicht akzeptiert zu fühlen – auch wenn ich weiß, dass diese Menschen immer so sind, nicht nur mir gegenüber, dass es ihre natürliche Art ist. Und dennoch – es ist schwer, das zu begreifen, sich darauf einzustellen.
Und so, wie ich mir solch unterkühltes, kontrolliertes Verhalten oft viel zu sehr zu Herzen nehme, so sehr habe ich auch Angst, diese Menschen mit meiner direkten, manchmal auch etwas ungestümen Art vor den Kopf zu stoßen. Weil sie wohl ebensowenig damit umgehen können, weil hier zwei Welten aufeinander prallen…
Blickwinkel |
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Auf dem Sofa lümmeln, Champagner schlürfen und sich dabei köstlich über Popstars amüsieren – das hat fast schon wieder Stil…
Alltagswahn |
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Die Himbeertorte als Alternative zum verkohlten Pflaumenkuchen ist fertig, die Wohnung geputzt und der Tisch gedeckt. Und ich bin mit den Nerven am Ende, obwohl die Schwiegereltern in spe noch nicht einmal in Sicht sind.
Alltagswahn |
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Nur ein Beispiel für wunderbare deutsche Lehnwörter. Ein anderer Favorit: Kaffipausii. Nachzulesen bei der ZEIT online.
Strandgut |
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So ein Mist. Ich stelle gerade fest, dass ich ohne meinen Biologen kaum noch überlebensfähig bin. Kaum ist er abends mal außer Haus, vergesse ich den Pflaumenkuchen im Ofen. Ausgerechnet den Pflaumenkuchen, den ich morgen meinen Schwiegereltern in spe kredenzen wollte. Der Pflaumenkuchen, für den mein Biologe den Hefeteig gemacht und sich so meiner erbarmt hat. Mist, verdammter.
Nachtrag:
Und dann lese ich das:
Strohwitwen gibt es vermutlich ebenso häufig, die männliche Form tritt jedoch öfter auf, da sie das Klischee des im Haushalt unbeholfenen Mannes bedient.
Ich fühle mich diskriminiert.
Querbeet |
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Manchmal kann ich echt furchteinflößend sein, glaube ich. So wie heute, als mich eine Schülerin nach Verben auf einen Blick für Latein fragte und ich ihr sofort noch zig andere Hilfsmittelchen aufdrängen wollte. Und das mit einem -wie ich fürchte – recht fanatischen Gesichtsausdruck. Hätte nur noch gefehlt, dass ich ihr meine alten Unterlagen in die Hand drücke und ihr viel Glück für die Zukunft wünsche. Das konnte ich mir so gerade eben noch verkneifen, habe ihr aber noch den Tipp gegeben, wie man eine Verbtabelle spurlos und völlig unauffällig im Wörterbuch verschwinden lassen kann. Nicht, dass ich selbst jemals geschummelt hätte.
Das nächste Mal werde ich versuchen, mich ein wenig mehr zu beherrschen, aber was Latein angeht, bin ich einfach schwer traumatisiert – dann geht es einfach mit mir durch…
Buchhandeln |
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Ich will zurück. Sofort. Bitte, bitte…
Querbeet |
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Auf der einen Seite kann ich es verstehen, dass manche Menschen in einem gewissen Maß Wert auf ihren akademischen Titel legen. Der hat schließlich irgendwann mal viel Zeit und Mühe gekostet. Auf der anderen Seite gibt es Grenzen, zum Beispiel bei solchen Dialogen am Telefon:
- Gut, ich lege Ihnen das Buch dann direkt zurück. Auf den Namen Müller-Lüdenscheid, ist das richtig?
- Dr. Müller-Lüdenscheid, wenn schon. Also bitte.
Ob der Kunde dann erwartet, dass ich sein Buch im Abholfach unter “D” einsortiere, nur weil er sich so mit seinem Titel verwachsen fühlt und sich offenbar voll und ganz darüber definiert?
Durch mein Studium bin ich leider so verdorben, dass solche Titel für mich kaum noch einen Stellenwert haben. Ich habe einfach zu viele negative Beispiele erlebt, bei denen der Titel nichts, aber auch rein gar nichts über Anstand, Benehmen oder sogar Intelligenz ausgesagt hat. Und diejenigen in meinem Bekanntenkreis, die promoviert haben, lassen den Titel im Alltag eher unter den Tisch fallen als ihn bei jeder Gelegenheit, egal ob passend oder nicht, hervorzukramen.
Es gibt viele Doktoren und Professoren, zu denen ich aufsehe, die ich respektiere und achte und auch bewundere. Das sind aber in den seltensten Fällen diejenigen, die es nötig haben, mit ihrem Titel hausieren zu gehen – unabhängig vom jeweiligen Kontext.
Blickwinkel, Buchhandeln |
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