Unser momentanes Timing ist unglaublich – alles fügt sich nahtlos ineinander, das Glück ist auf unserer Seite. Nur Ikea will nicht so recht mitspielen, zumindest was die riesige Baustelle angeht, die den Möbelerwerb zwar zu einem Erlebnis, aber nicht zu einem angenehmen werden lässt. Und der Irrglaube, mit dem geliehenen Kombi ganz unkompliziert die fünf neuen Bücherregale transportieren zu können, war wohl auch mehr als naiv.

Zu unserer Verteidigung muss ich festhalten, dass wir sicherheitshalber erstmal nur zwei geholt haben, um zu gucken, wie es passt – gar nicht, weshalb wir gestern extrem genervt und vom strömenden Regen bis auf die Knochen durchnässt auf dem Parkplatz standen und die Pakete auspackten, um die Bretter mehr schlecht als recht einzeln zu verladen. Und das an einem Samstag, an dem selbst mir die Lästerfreude vergeht und der Killerinstinkt erwacht.

Noch naiver die Vorstellung, abends erneut zu Ikea zu fahren und die restlichen drei Bücherregale Brett für Brett zu verladen – mein Blick, als ich vor den leergeräumten Paletten stand, muss Bände gesprochen haben. Und dann habe ich erstmal Tränen gelacht – weil es wohl mein Schicksal ist.
So wie damals, als wir unser neues Bett holen wollten und zu hören bekamen, dass es aufgrund der unerwarteten Nachfrage erst wieder in einem halben Jahr lieferbar sein würde. Als wir dann doch noch den Abholbescheid bekamen und feststellen mussten, dass das frisch erworbene Bett nicht in den Kombi passt, und wir es deshalb mit dem Linienbus nach Hause transportieren mussten.

Oder die 2.50m lange Massivholz-Arbeitsplatte, die sich daheim als die falsche entpuppte. Das Laminat, das beim Verlegen schwarze Flecken offenbarte und deshalb wieder ins Auto gepackt und zurück in den Baumarkt kutschiert werden musste. Das Sofa, bei dem sich gleich zweimal hintereinander herausstellte, dass es seitenverkehrt und damit das falsche war.

Ja, wir sind durch eine harte Schule gegangen, weshalb mich die ausverkauften Bücherregale nicht mehr wirklich schocken konnten. Ein bißchen Spaß muss sein. Und auch die zwei neuen Massivholz-Arbeitsplatten haben gestern noch den Weg ins neue Heim gefunden – unkontrolliert, ja, aber nach über zwölf Stunden Marathon bleibt nur noch blinder Optimismus. Auf dass es gleich kein böses Erwachen gibt.

Das Highlight zwischendurch: Unsere Vermieter, die uns bei unserem gestrigen Treffen eine Flasche Rotwein überreichten, eine Geste, die mich fast zu Tränen gerührt hat, vor allem nach all den Erfahrungen mit der Wohnungsgesellschaft, die sich für unsere alte Wohnung verantwortlich schimpft. Und ihr Sohn, in den ich mich sogleich verliebt habe und den ich vom Fleck weg adoptieren würde (”Da müssen aber noch Nägel rein, sonst rutscht doch die Rückwand raus!” – ein 5-jähriger, der einem beim Bücherregal-Aufbauen assistiert, dass einem die Worte fehlen).

Es ist alles so wunderbar, so unglaublich, so schön. Und dabei habe ich noch nicht einmal angefangen, von der neuen Wohnung und all ihren Vorzügen zu schwärmen. Dabei ist die neue Wohnung nicht einmal die einzige, geschweige denn die beste gute Nachricht. Aber ich arbeite dran, das alles aufzuarbeiten, auch wenn hier vorerst noch der Umzugscontent vorherrschen wird. Ja, ich bin glücklich, und gleich darf ich meine neuen Bücherregale aufbauen und füllen – was gibt es Schöneres?

Und danke für all die guten Wünsche, die mir noch zusätzlich so viel Freude bereiten!

4 Kommentare zu “Ein Samstag vom Feinsten”

  1. herr axel schreibt:

    das hört sich doch richtig schön anb unterm strich. da ich diese ikea-strazazen kenne, empfehle ich zwischendurch einen sprung in diese mit kleinen bällen gefüllten kinderecken. das mache ich in diesen situationen nämlich immer und es treibt einem die gute laune wieder schnell ins gesicht.

  2. emily schreibt:

    Sie klingen sooooo glücklich. das ist einfach nur schön :smile:

  3. cosmomente schreibt:

    Hach Bina, das klingt toll! Ich freu mich für Dich mit :-) )

  4. serotonic schreibt:

    Hach, wie schön du klingst! Da freu ich mich aber sehr für dich :)

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