Wieso nur habe ich ständig das Gefühl, von dummen Menschen umgeben zu sein? (Nein, nicht hier!) Um es mit Forrest Gump zu sagen: “Dumm ist der, der Dummes tut” – genau das scheinen einige zum Leitmotiv ihres Lebens erklärt zu haben.

Wie zum Beispiel unsere neuen Nachbarn, die die benachbarte Wohnung gekauft haben und gerade eben einziehen. In eben die Wohnung, zu der einer der beiden Keller gehört.
Vor ein paar Tagen hatte ich sie schon darauf angesprochen, da ich ganz richtig vermutet hatte, dass die Wohnungsgesellschaft, die ihnen die Wohnung verkauft hat, diesen Rechtsstreit beim Verkauf mit keinem Wort erwähnt hat. Dabei kam heraus, dass der Makler ihnen auch gar nicht den aufgebrochenen (also laut Mietvertrag unseren) Keller gezeigt hat, sondern den anderen, der laut Wohnungsgesellschaft wiederum zu unserer Wohnung gehört. Ist das verständlich? Nein? Gut, ich verliere auch langsam den Überblick.

Auf jeden Fall waren die neuen Nachbarn erstmal voller Verständnis für unsere Situation – bis sie dann wenige Stunden später mit einem Lageplan vor unserer Tür standen, dem zufolge unser Keller zu ihrer Wohnung gehört. Ich habe ihnen ganz freundlich erklärt, dass dies ja auch mal gestimmt hat, dass die Keller der Teilungserklärung entsprechend ursprünglich anders aufgeteilt waren, dass diese Aufteilung aber seit nunmehr elf Jahren nicht mehr den Tatsachen entspricht. Davon wollten sie aber nichts wissen, sie stünden schließlich im Grundbuch, und überhaupt.
Tja, schön für sie, aber die Wohnungsgesellschaft kann ihnen nur etwas verkaufen, was ihr auch gehört, und genau diese Eigentumsverhältnisse sind zur Zeit eben noch strittig. Aber weil ich ein friedliebender Mensch bin, habe ich ihnen auch gleich gesagt, dass es mir persönlich schnurzpiepegal ist, welchen Keller wir letztendlich nehmen, dass wir aber zunächst abwarten müssen, was bei dem Rechtsstreit herauskommt. Schließlich sitzen wir derzeit auf einem Schaden im fünfstelligen Bereich, und den werde ich ganz sicher nicht so einfach hinnehmen. Und verantwortlich dafür ist nun mal ganz allein die Wohnungsgesellschaft.

Und von dem Einbruch und unserem Verlust mal ganz abgesehen finde ich die ganze Sache inzwischen eh nur noch lächerlich – die Keller sind gleich groß und ich frage mich, wieso die beiden Räume überhaupt jemals getauscht worden sind. Und von unseren Vermietern weiß ich mittlerweile auch, das sie die Wohnung damals schon mit dem getauschten Keller von der Wohnungsgesellschaft gekauft haben.

Und nun zum eigentlichen Highlight des heutigen Tages: Als wir gerade unseren Müll im Keller deponieren wollten, standen wir auf einmal vor einer verschlossenen Tür. Und nicht nur das – der zerstörte Riegel für das Vorhängeschloss befindet sich auf einmal an dem anderen, leeren Keller unserer früheren Nachbarn. Nicht nur, dass sie ohne ein Wort einfach unseren Keller in Beschlag genommen haben – sie haben auch noch still und leise das defekte Schloss ausgetauscht. Alles, ohne mal eben Bescheid zu sagen. So macht man sich Freunde. Zumal es uns ja wirklich egal gewesen wäre, wie wir die beiden Kellerräume letztendlich verteilen, sobald die Sache bitte, bitte ganz bald geklärt ist.
Und ich frage mich gerade – wenn wir denn nun doch den Keller nehmen, der laut Teilungserklärung zu unserer Wohnung gehört, und die letzten elf Jahre einfach mal ignorieren – ist es dann nicht Sachbeschädigung, wenn sie dort einfach den intakten Riegel abmontieren und durch ihren defekten ersetzen?

Ich kann echt nur noch den Kopf schütteln. Hätten sie nicht einfach bei uns klingeln und mit uns reden können? Ich kann es einfach begreifen, wie dumm-dreist manche Leute sind. Und das noch vor deren Einzug – dann mal auf gute Nachbarschaft!

7 Kommentare zu “Verständnislosigkeit”

  1. Jules schreibt:

    :evil: denen würde ich persönlich vermutlich sofort einen anwalt auf den hals hetzen. aber ich hab ja leicht reden; für euch tut es mir nur leid, dass da im moment alles falsch läuft mit diesem keller.

  2. ericpp schreibt:

    Sich um die zu scheren wäre in meinen Augen Zeitverschwendung.

    Für das Ersetzen des zerstörten Riegels ist die Wohnungsbaugesellschaft zuständig. Ich würd auf jeden Fall den Vermieter darüber in Kenntnis setzen, was die getan haben, aber ansonsten die Füße ruhig halten.

    Derzeit habt Ihr eh nichts Wertvolles im Keller, und der positive Nebeneffekt der Geschichte ist, daß Ihr wißt, wo ihr mit ihnen dran seid. Mehr als den obligatorischen Gruß bräuchten die von mir nicht mehr zu erwarten.

  3. Marc schreibt:

    Schon auf Wohnungssuche? Zank mit Nachbarn, denen die Wohnung gehört, würde ich meiden, denn die wollen bleiben, weil sie einiges an Geld reingesteckt haben.

    Aus Sicht der Nachbarn, kann ich aber verstehen, das die ihren dokumentierten Keller in Beschlag nehmen, denn sie befürchten am Ende ohne dazustehen. Ein hinkender Vergleich. Wenn im Kino jemand auf meinem Platz sitzt und ich ihn sitzen lasse, weil noch genügend frei ist, bin ich der Depp, wenn ich am Ende auch auf einem reservierten Platz sitze. Denn der auf meinem Platz kräht dann, dass ich darauf verzichtet hätte.

    Was würde ich denken, wenn mir meine Nachbarin erzählt, dass der Keller, der in meinen Unterlagen als meiner verzeichnet ist, nicht meiner sei? Ich wüürde befürchten, keinen Keller zu haben, weil ich von Pontius zu Pilatus geschickt werde.

    Ich vermute, die haben die Sorge am Ende (analog zur Kinosituation) gar keinen Keller zu haben, für den sie aber bezahlt haben.

    Ich rate sachlich zu bleiben und immer wieder Eure Position in Kurzform zu wiederholen ohne sich auf Diskussionen, Vergleiche wie meinen oben ;-) und Abschweifungen einzulassen.

  4. Bina schreibt:

    @ Jules:
    Eigentlich möchte ich einfach nur meine Ruhe haben – den Anwalt schalte ich nur ein, wenn sie es unbedingt so wollen, dann aber ohne zu zögern.

    @ ericpp:
    Inzwischen habe ich mich auch schon wieder beruhigt und schone meine Nerven für Wichtigeres, auch wenn ich immer noch nicht verstehe, was in solchen Leuten vorgeht. Und es kann nicht angehen, dass die einfach die Halterung für das Schloß von einer fremden Tür abmontieren und durch eine defekte ersetzen – da ist ausnahmsweise nicht einmal die Wohnungsgesellschaft für verantwortlich!

    @ Marc:
    An sich kann ich die durchaus verstehen, dass sie eben einen Keller haben möchten. Aber
    - 1. bin ich nicht für diese Misere verantwortlich,
    - 2. hätte einfaches Anklingeln gereicht, um eine Lösung zu finden,
    - 3. gibt das denen noch lange nicht das Recht, an fremden Kellertüren rumzubasteln und diese zu demolieren, so dass wir diesen anderen Keller, den wir jetzt ja wohl nutzen werden, nicht abschließen können.

    Was mich am meisten daran aufregt, ist, dass solche Leute so furchtbar unzivilisiert sind. Warum haben die uns nicht einfach angesprochen?
    Sachlich bleibe ich auf jeden Fall, schon allein um mich nicht auf deren Niveau herabzubegeben.
    Trotzdem haben die lediglich die eine Wohnung gekauft und nicht das ganze Haus, so dass sie noch lange nicht das Recht haben, sich an fremdem Eigentum zu vergreifen. Und das werden wir ihnen morgen mal ganz sachlich beibiegen – mit einer Frist bis Freitag, den defekten Riegel wieder auszutauschen.

    Und sollten sie sich wirklich ganz stur stellen, hat unser Anwalt sicher nichts dagegen, noch ein weiteres Schreiben aufzusetzen.

    Mir reicht’s langsam wirklich, mich ständig mit solchen Idioten herumschlagen zu müssen.

  5. okavanga schreibt:

    hoffentlich kommen sie nicht bald auf die idee, dass eure wohnung ja auch noch zu ihnen gehört, und ihr eigentlich nur den keller bewohnen dürft. natürlich den keller, der bisher nicht eurer ist.

  6. Nyxon schreibt:

    Hab ich das jetzt richtig verstanden, dass auch die ursprüngliche Kelleraufteilung im Grundbuch eingetragen ist? Wenn das der Fall ist, kann man sich zwar auf die aktuelle Teilungserklärung berufen, aber rechtlich gesehen stimmt immer nur das, was im Grundbuch steht.

  7. Leonard da Quirm schreibt:

    ich fürchte, da ist die hoffnung auf einsicht vergebens. manche menschen möchten geistig unbeleckt durch ihr leben schreiten.

    als mein vater starb, erschien auch meine halbschwester aus seiner ersten ehe zur beerdigung. sie hatten sich vor über zehn jahren zerstritten und beide legten keinen wert auf kontakt.
    meine mutter, muss ich an dieser stelle erwähnen, stand immer auf der seite meiner halbschwester, aber wenn mein vater sich mal eine meinung gebildet hatte…

    es wurde viel geredet auf der beerdigung, auch über das testament. meine mutter schlug vor, dass sich die familie, auch meine halbschwester, zur testamentsverlesung (eher eine formalität; letztlich würde das erbe nach dem erbschaftsgesetz aufgeteilt werden. mein vater war in der richtung mal unkompliziert) wieder zusammenfindet und in aller freundschaft miteinander weiterredet. ein ernstgemeintes angebot. die erbschaftsangelegenheiten waren vollkommen klar und meine mutter wünscht sich immer eine friedliche familie. in der hinsicht ist sie unkompliziert.
    alle stimmten zu. meine halbschwester fuhr wieder nach hause.

    drei tage später bekamen wir einen brief von ihrem anwalt, der uns aufforderte, alle kontobewegungen darzulegen, den wert des hauses schätzen zu lassen und der uns mitteilte, dass seine mandantin den erbschaftsanteil einfordere, notfalls auch vor gericht.

    sie bekam ihr erbteil. sie hätte ihn ohnehin bekommen. etwas anderes stand nie zur debatte. sie ist zu keinem termin erschienen. kontakt haben wir heute keinen mehr.

    manche wollen den streit. auch wenn sie offene türen einrennen.

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