Archiv fü September, 2007

Umbragrau

29.09.07

umbragrauAls wir im März hier einzogen, hatten wir eine sehr klare Vorstellung davon, wie das Wohnzimmer aussehen sollte: Hell. Als Kontrast zum alten Wohnzimmer, dessen Fenster nach Norden gingen und in dem es auch bei strahlendstem Sonnenschein immer leicht schummrig war, so dass wir eigentlich permanent auf Kunstlicht angewiesen waren.
Unser jetziges Wohnzimmer ist schon an sich das genaue Gegenteil: Hell und lichtdurchflutet dank eines großen Südfensters und einer Balkontür. Trotzdem entschieden wir uns dafür, alle Wände in einem zarten Crème-Ton zu streichen – alle Wände, um der Helligkeit auch ja keinen Abbruch zu tun, während wir in allen anderen Räumen jeweils eine Wand in einem kräftigeren Ton gestrichen haben.

Nun haben wir die Helligkeit und das Sonnenlicht im Wohnzimmer zur Genüge ausgekostet und festgestellt, dass uns die Gesamtoptik doch ein wenig zu wischi-waschi ist. Es fehlte das gewisse Etwas. Also ab in den Baumarkt, die Farbe schon im Kopf.
Ein leicht braun-stichiges Anthrazit sollte es sein. Schon aufgrund des roten Sofas, das mir zwar ein steter Dorn im Auge ist, für dessen farbige Neugestaltung uns aber einfach das nötige Kleingeld fehlt. Aber wie hätte es auch anders sein sollen; bei all den zigtausend Farbtönen im Baumarkt – mein gewünschter war natürlich nicht dabei. Also sind wir spontan auf Umbragrau ausgewichen, das unserer Vorstellung doch zumindest nahe kam, wenn auch ein wenig dunkler als geplant.
Dann der Schock beim Streichen – die Farbe fiel nicht nur dunkel, sondern fast schon schwarz aus. Anfangs.

Inzwischen ist die Wand fertig, die Farbe getrocknet und alles so, wie es sein sollte. Wir sind hellauf begeistert. Es ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, klar, aber der Mut zur Farbe hat sich wieder mal gelohnt. Und der Raum hat nichts an Helligkeit eingebüßt – soweit sich das bei dem Wetter draußen beurteilen lässt.
Schnell noch eine Katze auf dem neuen Flokati platziert (genau der, Oka!), und die fiese Jahreszeit kann kommen.

Farbenblind

28.09.07

Wie schön. Ich bin gerade dabei, eine Wand im Wohnzimmer schwarz zu streichen. Betonung auf schwarz. Dabei war ich mir so sicher, im Baumarkt umbragrau ausgesucht und gekauft zu haben.

Nicht nur, dass ich mich frage, warum zum Teufel ich schon wieder die Farbrolle schwinge, nachdem wir doch erst vor einem halben Jahr beim Einzug alles gestrichen haben. Nein, jetzt wird die Wand auch noch schwarz.
Gerade ein Fünftel geschafft und schon keine Lust mehr.

Strandgang

19.09.07

strand

Und tschüß und weg!

Am Donnerstag treten wir unseren Jahresurlaub an. Und der Biologe schreibt gerade einen Einkaufszettel für den letzten Einkauf vorher:

  • Lass uns das mal systematisch angehen. Brauchen wir zum Beispiel noch irgendwelche Drogerie-Artikel? Zahnpasta? Shampoo?

Unser Jahresurlaub umfasst zwei Übernachtungen in Holland.

Ein Stöckchen von der herzallerliebsten Okavanga:

Letzte Zigarette? Vor 67 Tagen. Tatsache. Kann es selbst kaum glauben. Und die Stöckchenwerferin war daran nicht ganz unbeteiligt, hat sie mir doch den entscheidenden Motivationsschub gegeben!

Letzte Autofahrt? Gestern, als Beifahrer zum Supermarkt. Dabei dem Biologen aus Versehen in den Finger gebissen – niemals hungrig einkaufen fahren!

Letzter Kuss? Irgendwann vorhin.

Letzter Weinkrampf? Weiß ich gar nicht. Wahrscheinlich bei irgendeinem Film, und dann kann es nicht lange her sein.

Letztes Buch? Der Historiker von Elizabeth Kostova.

Letzter Film? Vorhin, Kill Bill (nennt mich Spätzünder).

Letztes Schimpfwort? Als würde ich da den Überblick behalten.

Letztes Getränk? Wasser.
Letztes Essen? Pflaumenkuchen (nicht nur der erste in diesem Jahr, sondern auch noch der erste jemals vom Biologen gebackene). Lecker.

Letzter Anruf? Meine Mama.

Letzte Sendung im TV? Im Hintergrund läuft dieses Restauranttesterdings – Abgründe, sag ich da nur.

Letzte Dusche? Vor ca. drei Stunden, ganz lange und ganz heiß. Ich befürchte, meine Rechnung, noch nicht zu heizen, um Geld zu sparen, geht nicht auf, wenn ich dafür dauernd und stundenlang unter der heißen Dusche stehe. Mist.

Letzte CD? Schon nicht mehr wahr, leider. Zuletzt bei iTunes: “Tarantula” von den Smashing Pumpkins.

Letzter gekaufter Gegenstand? Schmuck, genauer gesagt Ohrringe. Dieses Syndrom ist bei mir sogar noch ausgeprägter als der Schuhtick mancher Frauen (nicht dass ich den nicht auch teilen würde).

Letzte Enttäuschung? Die Wettervorhersage – könnte besser sein, wenn wir kommende Woche ans Meer wollen. Aber egal. Hauptsache Meer.

Letzte sexuelle Phantasie? Umgesetzt.

Letzte Worte? “Schnauze, Dicker!” (bezogen auf das fiepende Wesen neben mir, das wie ein Kater aussieht und sich wie ein Meerschweinchen anhört)

Letzte merkwürdige Begegnung? Menschen im Supermarkt.

Letztes Mal amüsiert? Gerade. Jetzt. Geht in diesem Haushalt gar nicht anders.

Letztes Mal verliebt? Heute morgen. Immer wieder neu beim Aufwachen.

Letztes Mal umarmt? Die Schildkröte.

Letztes Mal getanzt? Gestern beim Putzen.

Letztes Konzert? Im Mai beim Stadtfest – Bardic, in Erinnerung an meine Irish Pub-Zeiten.

Letzte Webseite besucht? Das Gedankendelta.

Nur um das Thema “Männer und Farben” nochmal aufzugreifen – mit dem Biologen beim Einkaufen:

  • Guck mal, Biologe, wie findest Du denn den Mantel? Ist der nicht schick?
  • Rosa???
  • Rot! Rot-weiß melierte Wolle.

Und weil ich es einfach nicht lassen kann:

  • Guck mal, Biologe, der Blazer da ist doch auch hübsch!
  • Aber hast Du nicht schon so einen?
  • Ähhh … nein, nicht wirklich! Meiner ist nicht aus Cord, sondern aus Samt, und außerdem nicht brombeerfarben, sondern schwarz.

Den Rest der Diskussion, von wegen Obst und Farben, können sich wohl alle denken. Und überhaupt – Cord- und Samtblazer sind jawohl zwei grundsätzlich verschiedene Dinge.

(Bevor jemand fragt, warum ich überhaupt einen Mann mit zum Shoppen nehme – damit ich die Hände frei habe, und weil ich meinen Biologen natürlich auch so schrecklich gerne bei mir habe.)

Schildkröte

15.09.07

“Lieber Gott, gib mir Hals!”

kathy

Gewimmel

12.09.07

Vor unserem Wohnzimmerfenster spielen sich gerade Szenen ab, die nicht nur ein wenig an Hitchcock erinnern. Vögel, genauer gesagt Schwalben. Unmengen. Eine Heuschreckenplage mutet im Vergleich wahrscheinlich geradezu mickrig an. Herrje. Bleibt nur zu hoffen, dass die Fenster halten.

Hauptsache, sie versammeln sich nicht gerade zum Abflug Richtung Süden, ohne uns mitzunehmen. Mit ihnen würde dann wohl der letzte Rest Sommer verschwinden, und ich weigere mich, das zu akzeptieren, Frostbeulen hin oder her.