Archiv fü Oktober, 2007

feenwald

Natürlich stand das Auto auch am nächsten Tag immer noch auf unserem Stellplatz – weshalb mich unsere neue Untermieterin dann auch telefonisch bat, etwas zu unternehmen. Wollte ihr Mann sich nicht das Nummernschild schnappen? Nein, der sei arbeiten.

Ach, wie ich es liebe, wenn solche Dinge immer an mir hängen bleiben, wenn ich mich mit solchen dumm-dreisten Geschöpfen herumschlagen muss, als wüsste ich sonst nichts mit mir anzufangen.
Also rief ich bei der Polizei an, mit der Bitte, anhand des Kennzeichens den Halter zu ermitteln. Als wenn das so einfach wäre. Dass er mir die Telefonnummer des Halters nicht weitergeben dürfte, war mir schon vorher klar, deshalb ja auch mein grandioser Plan, den netten Herrn von der Polizei den Anruf machen zu lassen. Aber nein, das wäre schließlich Privatgelände, dafür wären sie nicht zuständig. Hrmpf.

Alternative? Ich müsse einen Abschleppdienst bestellen, in Vorleistung treten und dann versuchen, mir die Kosten über meinen Rechtsanwalt zurückzuholen. Ja, genau, so hatte ich mir das vorgestellt – ich weiß nicht nur generell nichts mit meiner Zeit anzufangen, ich weiß auch nicht wohin mit meinem ganzen Geld.
Aber zum Glück gibt es nette Polizisten, die sich erweichen lassen – so wie dieser, der dann doch den fraglichen Halter anrief. Der wiederum laut Polizist äußerst “erbost und wütend” reagierte, schließlich würde ich ihm ständig das Auto demolieren, und überhaupt sei das nun mal der einzig freie Stellplatz. Unwichtig, dass ich diese Tiefgarage im letzten halben Jahr vielleicht 10x betreten habe, dass ich dieses Auto vorher noch nie bewusst gesehen habe und dass ich Miete für diesen Stellplatz zahle und so selbst entscheiden darf, ob ich ein Auto darauf abstelle oder nicht.

So nicht, nicht mit mir. Erst bereute ich kurz, dass ich nicht tatsächlich so viel Geld im Überfluss habe, dass ich den Abschleppdienst hätte kommen lassen können, dann traf ich mich schnell mit unserer Untermieterin in der Tiefgarage, um den werten Herrn Stellplatzbesetzer mal genauer unter die Lupe zu nehmen.
Ein reizender Zeitgenosse, wirklich. Er sah nicht nur so aus, nein, er roch auch noch, als hätte er die letzten Nächte unter einer Brücke verbracht. Und – soweit sich seine etwas unartikulierten Laute so deuten ließen – er war sauer. Er hätte einen Stellplatz auf der anderen Seite, nur dass die Frau daneben ihm ständig Beulen ins Auto fahren würde, weshalb er sich ja wohl auf meinen Platz stellen könnte.
Zum Glück hatten wir ihn dann doch so weit, dass er grummelnd sein Auto wegsetzte, so dass die Sache hoffentlich damit erledigt ist.

Letztendlich war ja auch alles halb so wild und einfach nur schrecklich überflüssig – wäre da nicht die eine Sache, die mich wirklich zutiefst erschüttert hat: Der Kindersitz in seinem Auto.

Platzhirsch

23.10.07

Ich bin immer wieder erschüttert, ungläubig und fassungslos, wenn ich mit der Dreistigkeit mancher Mitmenschen konfrontiert werde.

Mitmenschen wie die, die einfach mal stillschweigend unseren Tiefgaragenstellplatz okkupiert haben, für den wir Miete zahlen und den wir gerade eben untervermietet haben. Mitmenschen wie die, die nicht nur unseren Tiefgaragenstellplatz okkupiert, sondern sich offensichtlich schon langfristig dort eingerichtet haben – inklusive Styropor-Schutz an der Wand.
Bis morgen haben sie Zeit, ihr Auto und ihr Styropor zu entfernen, sonst wird sich unser neuer Untermieter wohl leider an ihrem Nummernschild vergreifen müssen. Spaß hätte ich ja daran – und daran, sie im Winter jeden Morgen kratzen zu sehen.

Gegenverkehr

20.10.07

Liegt es eigentlich an mir, dass ich ständig mit der Welt kollidiere?

Ganze Tage verliefen mysteriös, und dann ging die Sonne unter.

Jonathan Lethem: Die Festung der Einsamkeit

Endlich. Buchmesse. Morgen. Ich freue mich so – und ignoriere einfach mal standhaft, dass wir beide still und leise vor uns hin kränkeln.

Ist ja nicht so, als wäre ich nicht schon mal mit 39°C Fieber auf der Buchmesse gewesen. Pah, so leicht haut uns nichts aus den Puschen – vor allem lasse ich mir den Spaß nicht nehmen, dem Biologen endlich mal dieses Spektakel zu zeigen. Und schon jetzt schlägt mein Herz wieder höher – Bücher, überall nur Bücher …

Eine Kundenhotline, die 0,49€ die Minute (!) kostet, und dann noch ein Ansprechpartner, der nicht einmal der deutschen Sprache mächtig ist. Aber immerhin bin ich jetzt wach.

Camouflage

01.10.07

camouflage