Archiv fü Februar, 2008

Und sonst

27.02.08

  • Die Apothekerin, die so fasziniert von meiner Unterschrift war, dass sie ihre Mittagspause mit dem Versuch verbringen wollte, den Schnörkelverlauf nachzuvollziehen.
  • Der Mann, der ins Männerhaus will, weil ich ständig seine Nase übersehe.
  • Die Freundin, die mich nach ihrem Friseurbesuch anrief, um mir mitzuteilen, dass sie jetzt an einem Tony Marshall-Lookalike-Contest teilnehmen könnte.
  • Die Büchersendung, die der Biologe nur mit spitzen Fingern anzufassen bereit war (ich finde sie ja irgendwie süß – also, die Geste, nicht die Sticker, wohlgemerkt).

Spülmittel

19.02.08

Ich stelle immer wieder missionarische Anlagen bei mir fest. Sei es bei gewissen Büchern oder neuerdings mit der Nasendusche.

Das ist nicht nett. Wirklich nicht. Na ja, an sich schon, aber doch nicht jetzt! Nicht genau einen Monat, nachdem ich dem Biologen solch ein Teilchen noch zum ursprünglichen Preis geschenkt habe.

Timing war schon immer meine Stärke. Fast schon so lange, wie ich ihn kenne, jammert der Biologe, dass er doch ach so gerne einen iPod hätte. Und genauso lange habe ich dagegen gehalten, es als Markenfetischismus abgetan (ja ja) und immer wieder auf die Winzigkeit des Teilchens verwiesen (ich finde eben nicht, dass alles immer möglichst klein sein sollte, gerade was Technik angeht, und überhaupt).
Und vor einem Monat überkam es mich, nachts im Traum – der Biologe bekommt einen iPod. Jetzt, sofort, auch wenn wir gar kein Geld haben. Geträumt, getan. Und es gibt sinnlosere Anschaffungen, immerhin sitzt er jeden Tag vier Stunden in der Bahn. Nicht, dass das Jammern seither aufgehört hätte – jetzt hätte er gerne das iPhone. Auf jeden Fall ist das nicht nett, ausgerechnet jetzt den Preis so drastisch zu senken.

Mh … Welche Farbe nehme ich denn jetzt? Lila?

kathy

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Abgezählt

09.02.08

Emily und Fräulein Anna haben mich mit einem Stöckchen bedacht, das ich nur zu gerne bearbeite:

  • Nimm das nächste Buch in deiner Nähe mit mindestens 123 Seiten.
  • Schlage Seite 123 auf.
  • Suche den fünften Satz auf der Seite.
  • Poste die nächsten drei Sätze.
  • Wirf das Stöckchen an fünf Blogger weiter.

Also. Bei dem Buch, das vor mir auf dem Tisch liegt, bereit für ein paar wunderbare Lesestunden am Wochenende, handelt es sich um Mit brennender Geduld von Antonio Skármeta. Und ich weiß jetzt schon, dass diese Lesestunden so wunderbar werden, weil mir dieses Buch von meiner Freundin ans Herz gelegt worden ist, die ebenfalls Buchhändlerin ist – es hatte fast schon etwas von einem Rollenspiel, als ich vor ihr in der Buchhandlung stand und um eine Beratung bat.

Und der Blick auf Seite 123 reicht bereits, um ihr zutiefst dankbar zu sein. Und ich muss schummeln, ich kann einfach nicht anders – ich beginne mit dem zweiten Satz:

Zwölf Sekunden nach dieser Prophezeiung, als die Lauscher aller nüchternen, weniger nüchternen und schon bewußtlosen Gäste, wie von einem riesigen Magneten angezogen, auf die Küche gerichtet waren und Alarcón und Guzmán so taten, als müßten sie ihre verschwitzten Handflächen an ihren Hemden trockenreiben, bevor sie in zitternde Begleitmusik einfielen, durchbrach Beatriz’ Orgasmus die sternenklare Nacht mit einem solchen Akkord, daß sogar die Paare in den Dünen davon inspiriert wurden (”Einmal so einen”, flehte die Touristin den Telegrafisten an), die Witwe indes brandrote Ohren bekam und dem Herrn Pfarrer, der schlaflos in seinem Kirchturm lag, die Worte entfuhren: “Magnificat, staba, lingua, dies irae, benedictus angelus, kyrie eleison.”
Nach dem letzten Jauchzer schien die ganze Nacht feucht zu werden, und die danach folgende Stille hatte etwas Stürmisches und Beunruhigendes.

Antonio Skármeta: Mit brennender Geduld

Hach. Welch Kleinod. Das ist Literatur. Und ich beschränke mich auf zwei Empfänger des Stöckchen – Amy und Okavanga, Ihr habt doch bestimmt ein Buch in Reichweite!

Farbspiel

07.02.08

fischig