Archiv fü März, 2008

Regentanz

30.03.08

Mit dem Biologen habe ich wirklich Glück gehabt, auch und gerade, was das Zusammenleben angeht. Bis auf kaum erwähnenswerte Ausnahmen sind wir bei der Wohnungseinrichtung und -dekoration immer dermaßen einer Meinung, dass es fast schon unheimlich ist.
Dabei ist der Biologe nicht einmal der Typ Mann, dem solche Feinheiten gleichgültig sind, ganz im Gegenteil – er hat einen recht ausgeprägten Geschmack, der sich dankenswerterweise in weiten Teilen mit meinem deckt.

Wäre es anders, hätten wir ein Problem – hört man doch immer, dass das Zusammenleben eine gewisse Kompromissbereitschaft beider Beteiligten erfordert. Und wenn ich eins nicht bin (zumindest was mein Heim angeht), dann ist es kompromissbereit. Tatsache. Um auf die oben erwähnten Ausnahmen zu sprechen zu kommen – ich stapele mit Vorliebe meine Teepackungen auf der Küchenanrichte, direkt neben dem Wasserkocher. Ich mag die vielen kleinen bunten Schachteln, und ich mag es, sie immer direkt im Blick zu haben, wenn ich mich für eine Sorte entscheiden muss. Ich bin eben leidenschaftlicher Teetrinker, weshalb es für mich ein Unding wäre, mein Sammelsurium in den Schrank zu verbannen.
Nun ist es aber so, dass dieser Stapel beständig wächst und gedeiht, da ich gar nicht so schnell Tee trinken kann, wie ich neue Sorten entdecke. Und dem Biologen gefällt dieser Stapel nicht, er hätte es gerne, dass ich zumindest einen Teil davon wegräume. Und ich kann es nicht. Ich würde ihm gerne den Gefallen tun, kann es aber einfach nicht.

Und das meine ich mit “Glück gehabt” – dass ein paar Teepackungen der einzige winzig kleine Streitpunkt sind. Gestern habe ich mich noch mit meiner Freundin S. über das Thema unterhalten, deren Freund neulich mit einem wohl unsäglich hässlichen Bild aus der Wohnung seiner Mutter ankam, fest entschlossen, es in der gemeinsamen Wohnung aufzuhängen. Furchtbar.

Aber worauf ich eigentlich hinaus will – ich bin ja gar nicht so stur und unnachgiebig, wie es hier jetzt vielleicht den Anschein hat. Gerade diese Woche habe ich zurückgesteckt, um dem Biologen eine Freude zu machen – ich habe ihm eine Regendusche gekauft. Und das, obwohl mir doch kaum was über einen ordentlichen Wasserdruck geht. Jede Frau mit längeren, dicken Haaren wird wissen, was ich meine. Abgesehen davon, dass ich den Wasserstrahl beim Duschen einfach gerne auf der Haut spüre, ist ein ordentlicher Wasserdruck einfach unerlässlich, um Shampoo und Spülung gründlich auszuwaschen.

Nun haben wir also diese Regendusche. Der Biologe jauchzt, und ich bin verzweifelt. Dieses lurige Rinnsal, bei dem ich kaum merke, dass ich überhaupt unter der Dusche stehe, und die Tatsache, dass ich auch nach einer halben Stunde noch Shampooreste in den Haaren habe. Dabei ist es eine ganz besonders raffinierte Regendusche – mit integrierter Massagestrahlfunktion.
Nur dass dieser Massagestrahl einen sagenhaften Durchmesser von ca. 1cm hat und eher dazu angedacht ist, einem die Schädeldecke zu zertrümmern. Mit Wasserdruck hat das nicht mehr viel zu tun.

Ein Dilemma sondergleichen also. Mein Biologe wäre nicht mein Biologe (und mein Bräutigam, hach), wenn er mir nicht schon wiederholt angeboten hätte, wieder den alten Duschkopf anzubringen. Aber nein, Schatz, lass ruhig, wenn du die Regendusche doch so magst, habe ich gesagt, ganz uneigennützig, wie ich betonen will.
Eine Haltung, die ich wahrscheinlich noch höchstens eine Woche beibehalten werde. Soviel dazu.

Dufte

27.03.08

Gestern waren es Plätzchen, heute rieche ich nach Erdbeerkuchen. Der Biologe freut sich, und ich kaufe mir morgen gleich noch eine Tube von meiner neuen Bio-Feuchtigkeitscreme (die angeblich duftneutral ist).

Ich gräme mich schon ein wenig, wegen dieser langen Funkstille, aber … wenn das kein Grund ist:

besiegelt

Im Mai ist es soweit …