Archiv fü April, 2008

Vorhin war ich bei einem kleinen, informellen Vorstellungsgespräch für einen Nebenjob, den ich gar nicht gesucht habe. Den ich ursprünglich wohl einfach aus Spaß an der Freude gemacht hätte, den ich jetzt aber unbedingt haben will. So schlecht mir vor dem Gespräch war, so aufgekratzt und optimistisch gestimmt war ich hinterher – das Gespräch war sehr locker, entspannt und nett, und meine anfängliche Anspannung war schon nach Sekunden verflogen.
Aber jetzt habe ich den Salat – was eigentlich nur eine nette Option war, getreu dem Motto “Warum eigentlich nicht?”, ist durch dieses Gespräch zu einem Traumjob mutiert.

In den letzten Stunden haben ich natürlich prompt wieder angefangen, an meiner positiven Interpretation des Gesprächs zu zweifeln, habe jede meiner Äußerungen hin- und hergedreht und überlegt, welche davon vielleicht doch keinen so guten Eindruck gemacht haben könnte.
Gleichzeitig lässt es mich hoffen, dass der potentielle Chef in spe mir sehr deutlich zu verstehen gegeben hat, dass er mehr zu mir als zu der anderen Kandidatin tendiert, und dass er sich mich sehr gut in seinem Team vorstellen könnte.

Wenn doch jetzt nicht die Warterei auf den Anruf wäre … Ich hoffe bloß, dass er sich noch vor meiner Hochzeit nächste Woche meldet – sollte es eine Absage werden, würde ich es mir als Braut hoffentlich nicht ganz so zu Herzen nehmen.

Natürlich bin ich für jeden gedrückten Daumen sehr dankbar!

Man nehme ein beliebiges Insekt und schließe es abends zwischen Balkontür und Rolladen ein. In dieser Nacht werden sich die Katzen garantiert nicht langweilen. Dass sie dank dieses Unterhaltungsprogramms hellwach und vor allem bräsig sind und dementsprechend lautstark vor der Schlafzimmertür randalieren – geschenkt.

Splitter

19.04.08

Um dieses Thema abzuschließen: Ich habe mich wirklich bemüht, konnte mich aber letztlich doch nicht mit der Regendusche anfreunden. Ich habe meinen alten Duschkopf wieder – und nach wie vor meine Tee-Sammlung auf der Anrichte. Dafür darf der Biologe aber auch gerade Fußball gucken, schließlich bin ich eigentlich eine ganz Nette, wenn auch gut getarnt.  Wenigstens hat er noch nicht nach Bier und Schnittchen gefragt, damit wartet er wahrscheinlich bis nach der Hochzeit.

Apropos Hochzeit: Ich werde wohl als die Braut mit den schwärzesten Augenringen aller Zeiten in die Geschichte eingehen. Es sind noch zweieinhalb Wochen, und ich kann mich jetzt schon nicht mehr erinnern, wann ich das letzte Mal ordentlich geschlafen habe. Hochzeitskoller nennt man das wohl.

Die eine Katze leidet nicht mehr nur unter Spliss, sondern auch noch unter Schuppen. Welch ein Verfall.

Dafür habe ich mir neulich tatsächlich die Augenbrauen färben lassen. Aber ich mutiere wohl trotzdem nicht zur Tussi – das habe ich gestern gemerkt, als ich das erste Mal meine Brautschuhe angezogen und an den hohen Absätzen fast verzweifelt bin. Was nicht heißen soll, dass ich hohe Absätze nicht mag – ich habe ganz viele Schuhe mit unterschiedlich hohen Absätze, die im Schuhschrank immer wieder ganz furchtbar hübsch anzusehen sind.

Juweliere sind ja mal dermaßen arrogant.

Und überhaupt wächst mir gerade alles über den Kopf, aber es soll wohl schlimmere Anlässe geben.

Und doch noch ein Tor in der Nachspielzeit – ich soll mich gefälligst mitfreuen. Ich weiß zwar nicht, ob das schon unter voreheliche Pflichten fällt, will aber mal nicht so sein. Ich geh mich dann mal freuen.

Gerade eben wollte ich mich noch mit Bauchschmerzen und wimmernderweise auf das Sofa verkrümeln, um den dreihunderttausendsten Hochzeitsplanungsgedanken zu wälzen, da ruft meine Freundin und angehende Trauzeugin S. an: “Hast Du Gefrierbeutel da?” – “Mhh, ja?” – Okay, ich mach mich jetzt auf den Weg, du musst mir die Haare färben.”
Ich bin echt mal gespannt, welche Rolle die Gefrierbeutel dabei spielen sollen …

Nachtrag (11.04.):
Das sind wahre Freunde. Auf die Frage, wie sie plötzlich darauf kommt, sich von mir die Haare färben zu lassen: “Wir haben Läusealarm in der Schule.” Danke, S., Du weißt aber schon, dass ich in vier Wochen heirate und dies ungern mit einem Nissenkamm in der Hand tun möchte? Zum Glück aber sollte es sich nur um eine vorbeugende Maßnahme handeln – laut der Kollegen in der Schule gehen Läuse nicht an gefärbtes Haar. Was nicht heißen soll, dass ich mir seitdem nicht trotzdem einbilde, ein leichtes Jucken am Kopf zu verspüren.
Leider kamen die gewünschten Gefrierbeutel gar nicht mehr zu Sprache, geschweige denn zum Einsatz; und als ich S. gestern anrief, um das Geheimnis doch noch zu ergründen, hieß es nur: “Die brauchte ich für Sand, hat sich aber erledigt, ich hab auch gerade gar keine Zeit, ich meld mich.” Womit wir jetzt alle schlauer wären – für Sand, ist doch ganz klar ….

Merke: Verbranntes Katzenfell stinkt noch mehr als verbranntes Menschenhaar. Eine Erkenntnis, die wir Snukems verdanken, der meinte, seinen Schwanz auf meinem Teelicht-Arrangement ablegen zu müssen. Aber er war eh zu buschig.