Jahresbilanz 2008
31.12.08
Zugenommen oder abgenommen? Weder noch, aber es ist auch so schon schlimm genug.
Haare länger oder kürzer? Oh ja, Haare. Die hatten ihre großes Jahr. Im Frühjahr erblondet und nach der Hochzeit radikal gekürzt, seitdem Heulen und Zähneklappern. Mittlerweile wenigstens in der Naturhaarfarbe – dunkelblond, in Zeiten der Altersdepression auch gerne “mausgrau” geschimpft. Und sie schließen so gaaanz langsam, aber sicher wieder Bekanntschaft mit den Schultern.
Mehr Kohle oder weniger? Mehr. Als kleine Idealistin habe ich erst nach der Hochzeit begriffen, wie viel uns diese auch in finanzieller Hinsicht bringt.
Mehr davon ausgegeben oder weniger? Mehr. Ganz klar. Obwohl – mehr als alles geht auch irgendwie nicht.
Mehr Sport getrieben oder weniger? Drei Städtetrips könnte man doch eigentlich fast schon als regelmäßigen Sport verbuchen. Doch, das passt schon.
Mein hirnrissigster Plan? Dem Biologen zufolge alle fünf Minuten einer.
Die gefährlichste Unternehmung? Wieder als Buchhändlerin zu arbeiten. Als ernsthaft Suchtkranker direkt an der Quelle zu arbeiten ist fatal – so gesehen habe ich damals nach dem Abi die dümmste Berufswahl aller Zeiten getroffen. Hinzu kommt, dass ich meinen Traum-Arbeitsplatz gefunden habe – dummerweise nur als Teilzeitkraft.
Teuerste Anschaffung? Meine Nähmaschine – die zweite in diesem Jahr und der Beweis, dass es sich lohnt, in Qualität zu investieren.
Das leckerste Essen? Ein Ploughman’s Sandwich – am 16. September im Londoner Regent’s Park, attackiert von Eichhörnchen. Paradies.
Das beeindruckendste Buch? Goodbye Lemon von Adam Davies. Und bei den Sachbüchern Die Gefahren der Ehe: Elisabeth von England und Maria Stuart von Anka Muhlstein. Bei den Kinder- und Jugendbüchern ganz klar The Boy in the Striped Pyjamas von John Boyne.
Das witzigste Buch? Die souveräne Leserin von Alan Bennett.
Der ergreifendste Film? Herrje, als wüsste ich noch, was ich dieses Jahr alles gesehen habe. Im Ernstfall wohl die BBC-Verfilmung von Charlotte Brontes Jane Eyre. Sie hat mich zumindest ganz hervorragend abgelenkt, als der Biologe in den USA weilte und wir so lange voneinander getrennt waren wie nie zuvor. Und als Serie ganz klar Six Feet Under – Gestorben wird immer.
Die beste CD? Accelerate von REM.
Das schönste Konzert? Mangels Konzert frage ich lieber nach der schönsten Kulturveranstaltung, und mit der kann ich dienen, oh ja: A Midsummer Night’s Dream in Shakespeare’s Globe Theatre. Ich weiß kaum, was schlimmer war, die Kälte oder die Schmerzen, und trotzdem war es ein Höhepunkt in meinem bisherigen Leben. Und für die Anglistin in mir ganz sicher der Höhepunkt.
Die meiste Zeit verbracht mit…? Meinem Biologen.
Die schönste Zeit verbracht mit…? Meinem Biologen.
Vorherrschendes Gefühl 2008? Jetzt erst recht.
Was 2008 zum ersten Mal im Leben getan? Geheiratet. Ein Gewerbe angemeldet.
Was 2008 nach langer Zeit wieder getan? Geflogen – 2x mit dem Biologen nach London, 1x allein nach Wien. Ein Trauma überwunden und eine lange, lange überfällige Hausarbeit geschrieben und erfolgreich abgegeben. Mit Leib und Seele als Buchhändlerin gearbeitet.
3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können? Unsere derzeitige Wohnsituation (inkl. unserer grenzdebilen Nachbarn mit ihrem Platzhirsch-Gebaren) kombiniert mit erneuten Umzugsplänen, viele viele Hiobsbotschaften, der bürokratische Rattenschwanz meiner Gewerbeanmeldung.
Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte? Mich selbst davon, dass ich doch ein klein wenig mehr an mich glauben könnte.
Erfolgreich gewesen? Jeden Tag ein wenig mehr.
Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe? Mich.
Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat? Der Biologe sich selbst.
Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat? “Ja.”
2008 mit einem Wort? Heftig.
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