Ich habe keine Zeit mehr. Keine Zeit, mit den guten Vorsätzen auf das neue Jahr zu warten. Einem Vorsatz muss ich mich direkt widmen – ich muss endlich lernen, mich abzugrenzen.
Die letzten Wochen waren allzu reich an Hiobsbotschaften und Katastrophenmeldungen, und jede einzelne davon davon war mehr als geeignet, mir den Boden unter den Füssen wegzuziehen. Und das gilt insbesondere für die Schreckensnachrichten, die mich nicht einmal persönlich betreffen.
Natürlich ist es positiv, ein mitzufühlender Mensch zu sein, und es ehrt mich, wenn mir eine Freundin sagt, dass sie mich deshalb liebt, weil ich bin, wie ich bin – und es gibt mir zu denken, wenn gerade sie, der ich wahrlich nicht jedes kleine Drama erzähle, mich warnt.
Ja, ich fühle nicht mit, ich leide mit, und das aus tiefstem Herzen, mit jeder Faser meines Körpers. Und ich kann nicht mehr. Ich brauche ihn, den Boden unter meinen Füssen, ich muss standhaft sein, mit beiden Beinen im Leben stehen, wie auch immer – ich muss lernen, mich abzugrenzen, nicht mehr alles immer viel zu nah an mich heranzulassen. Es kostet mich einfach zu viel Kraft, Kraft, die ich nur zu gut für mich selbst brauche.
Ich darf nicht länger mitleiden. Mitfühlen ja, aber nicht mitleiden. Könnte ich doch nur aus meiner Haut.

2. Dezember 2008, um 09:08
Ich drück dir ganz fest die Daumen, dass das klappt mit diesem Vorsatz!