Archiv fü Januar, 2009

Eigentlich sollte hier eine vernichtende Filmkritik stehen. Eine wirklich zutiefst vernichtende Filmkritik.
Mit der ich leider nicht dienen kann. Nein, ganz und gar nicht. Tatsache ist, dass ich mich nur mit Mühe vom nächsten Kino fernhalten kann, um den Film nicht gleich ein zweites, drittes und – ach, was soll’s – ein viertes Mal zu sehen. Und natürlich geht es, wie könnte es auch anders sein, um Twilight.

Vergangenen Samstag war es soweit. Nachdem meine Freundin S. (die den Büchern um Bella und Edward mindestens ebenso verfallen ist wie ich) und ich uns schon seit Wochen und Monaten bei jedem neuen Foto der Besetzung und bei jedem neuen Trailer die Haare gerauft und lauthals gezettert haben, konnten wir uns am vergangenen Samstag endlich ein (beinahe) endgültiges Urteil über die Verfilmung unserer absoluten Lieblingsschmonzette bilden.

Und so viel sei vorab gesagt: Es ist eine Schmonzette. Natürlich. Das ist der einzige Sinn und Zweck dieser Bücher und kann daher wohl kaum als Kritikpunkt dienen. Warum sonst sollte man einen Teenie-Vampirroman lesen? Weil einem der Sinn nach höherer Literatur steht? Wohl kaum. Nein, weil es so unglaublich viel Spaß machen kann, sich für kurze Zeit wieder wie eine 13-jährige fühlen und gebärden zu dürfen, weil es die perfekte Alltagsflucht ist, weil es so schön ist, gemeinsam gibbelnd und quiekend jede einzelne Szene gleich dreimal durchzugehen.
S. und ich haben uns mit Wonne auf diese Bücher eingelassen, uns hineingesteigert und jeden (Lese-) Moment ausgekostet. Und dementsprechend entsetzt waren wir, als wir erste Bilder und Ausschnitte zu Gesicht bekamen – wie, der? Das soll Edward sein? Im Lebtag nicht. Und Bella erst. Geht gar nicht, da waren wir uns sicher.

Und dann kam der vergangene Samstag. Und ebenso, wie es bei den Büchern zu differenzieren gilt, zwischen Literatur und eben Teenie-Vampirschmonzetten, so habe ich mir noch während der Kinowerbung vorgenommen, auch hinsichtlich des Films zu differenzieren. Ein Film kann nie auch nur annähernd an ein Buch heranreichen. Wie auch, wie sollte jemand in der Lage sein, die Bilder und Figuren im Kopf jedes einzelnen Lesers ohne Verlust und Kompromiss auf die Leinwand zu transportieren? Utopisch, natürlich.
Und von diesem Standpunkt aus gesehen ist der Film tatsächlich akzeptabel. Natürlich gibt es zahlreiche Schwachstellen und Patzer, viele Schlüsselszenen fehlen ganz oder waren bis zur Unkenntlichkeit zerpflückt. Und auch Edward ist im besten Falle akzeptabel – woraus man dem Schauspieler nicht einmal einen Vorwurf machen kann. Ich meine, wir reden von Edward, wie hätte man den schon perfekt verkörpern können? Nun gut, ein wenig mehr Nase, etwas weniger Hühnerbrust und eine nicht ganz so toupierte Haartolle hätten womöglich schon Wunder gewirkt, aber im Vergleich zu dem, was die Trailer zu befürchten ließen, ist die Besetzung durchaus zu verkraften.
Ganz im Gegensatz zu Carlisle, Jasper und Jacob, die allesamt so dermaßen fehlbesetzt sind, dass es kaum zum Aushalten ist. Aber da es sich (zumindest im ersten Teil) nur um Nebenrollen handelt, lässt sich wohl auch das verschmerzen. Die zum Ausgleich positive Überraschung – Bella. Ihr Gesichtsausdruck variiert zwar während des Films nicht wirklich, ist aber zumindest passend.

Vieles, was das Buch ausgemacht hat, fehlt im Film. Und man hätte sicherlich wesentlich mehr daraus machen können. Aber sich über die Schwachstellen aufzuregen macht definitiv nicht halb so viel Spaß wie ein eher kritikloser Ausflug zurück in die Pubertät.
Unsere Männer stehen kurz dafür, eine Selbsthilfegruppe zu gründen, weil sie kaum glauben können, dass sie sich bewusst für ein Leben mit diesen kitschversessenen, gibbelnden Mädchen entschieden haben – aber hey, gönnt es uns doch einfach, das legt sich auch auch irgendwann wieder! Spätestens in drei Jahren, wenn wir auch die Verfilmung des vierten Teils mitsprechen können.

Und weil es so schön war, gehen S. und ich morgen das zweite Mal ins Kino, und die DVD ist natürlich auch schon vorbestellt. Hach.

Heute morgen war dann tatsächlich der Architekt da, um sich die Feuchtigkeitsschäden in unserem Schlafzimmer anzusehen. Seiner Meinung nach die Hauptfaktoren: Die Heizung, die so gut wie nie ordentlich funktioniert hat, seit wir hier wohnen, sowie die extremen Wärmebrücken, die durch den nicht isolierten Dachboden noch verstärkt werden. Und er glaubt nicht daran, dass wir den Schimmel durch falsches Lüftungsverhalten verursacht haben. Immerhin.
Und er hat uns dieses Zusammenwirken auch noch so erklärt, dass ich als Laie es hervorragend nachvollziehen konnte. Von wegen “Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit speichern als kalte, blablabla, ist die Temperatur beständig zu niedrig, schlägt sich die Feuchtigkeit an den Wänden nieder, undsoweiterundsofort…”

Nun habe ich gerade mit der Hausverwaltung gesprochen, um mit ein wenig Glück zu erfahren, ob und wann denn nun endlich mal etwas unternommen wird. Was muss ich mir anhören? Unsere Wohnung sei ihr bei der letzten Begehung wie eine Sauna vorgekommen, da dürften wir uns nicht wundern. Da mag sie sogar recht haben – unsere grandiose Heizung lässt sich leider so gut wie gar nicht regulieren. Wenn sie denn gerade überhaupt mal funktioniert, bullert sie ohne Ende und lässt sich dann nicht einmal abstellen. Was aber auch nichts zur Sache tut.
Ich habe mir alle Mühe gegeben, ihr mit möglichst ruhiger Stimme zu erklären, dass nicht Wärme das Problem ist, sondern Kälte, ganz so, wie es uns der Architekt heute morgen erklärt hat und wie es ja auch einleuchtet. Ihre Reaktion: Das könne nicht sein, das sei für sie nicht nachvollziehbar, und sie würde ihr Schlafzimmer überhaupt nie heizen und hätte schließlich auch keinen Schimmel.
Herrje, wenn sie meint, dass sie sowieso alles besser weiß, besser als der Experte – warum schickt sie uns den überhaupt? Diese Impertinenz und Borniertheit verschlägt mir immer wieder die Sprache, und ich habe so keine Lust mehr, ständig mit solchen *** kommunizieren zu müssen. Zumal uns die Dame erst vor drei Wochen noch solch ein tolles Pamphlet geschickt hatte, wie wichtig richtiges Heizen sei. dass ich nicht lache.

Und wo ich gerade bei diesem sagenhaften Pamphlet bin – ganz wichtig: “…die Möbel mit mehreren Zentimetern Abstand zur Wand und zum Boden aufzustellen”.

So, liebe Leser, nun frage ich Euch: Habt Ihr auch alle brav Eure Kleiderschränke, Bücherregale etc. aufgebockt bzw. auf Stelzen montiert?

Wohnglück

08.01.09

Eigentlich sollten wir gerade einem Architekten dabei zusehen, wie er in unserem Schlafzimmer irgendwelche Messungen vornimmt. Eigentlich. Uneigentlich erhielten wir gerade exakt zwei (!) Minuten vor dem vereinbarten Termin einen Anruf, sein Auto würde nicht anspringen. Vielleicht käme er morgen.
Und ich könnte platzen vor Wut. Ja klar, höhere Gewalt, ich weiß, ich weiß, und trotzdem… So langsam aber sicher bin ich am Ende mit meiner Geduld.

Wir haben Anfang November, also vor über zwei Monaten, Feuchtigkeitsschäden und Schimmelbefall in unserer Wohnung gemeldet. Besonders gravierend im Schlafzimmer – zweieinhalb Wände sind von oben bis unten verschimmelt, der klägliche Rest auf dem besten Wege dorthin. Und ist bislang irgendetwas unternommen worden?
Nein, natürlich nicht, warum auch, ist doch nur Schimmel, der tut nichts, “der will nur spielen”. Fragt sich nur, ob die Regale inklusive der zahlreichen Bücher, die wir schon als komplett verschimmelt entsorgen durften, das auch so sehen.

Dafür dürfen wir uns die ganze Zeit sowohl von unserem Vermieter als auch der Hausverwaltung anhören, der Schimmel sei von uns verschuldet, wir würden nicht ordentlich lüften. Natürlich, ganz offensichtlich, wir sind zu dämlich, ein Fenster zu öffnen, und weiden uns stattdessen mit Wonne an dem Schimmel.
Womöglich ist es sogar Edelschimmel und somit eine Delikatesse, wer weiß. Mir reicht’s, und zwar so dermaßen.

Immerhin – während ich das hier schreibe, sind die Elektriker angerückt, nach sage und schreibe knapp vier Wochen ohne Heizung im Schlafzimmer wird zumindest dieses Problem behoben. Man muss sich auch über die kleinen Erfolge des Lebens freuen können. Oder so. Ja, ich freue mich, ich weiß vor lauter Begeisterung gar nicht wohin mit mir.

Jules veranstaltet in ihrem Blog einen Bücherflohmarkt. Wäre ich auch nur annähernd so vernünftig und diszipliniert wie sie, hätte ich mir ein Beispiel an dieser feinen Aktion genommen und ebenfalls für den dringend benötigten Platz in meinen Bücherregalen gesorgt. Aber nein. Neugierig wie ich bin, musste ich doch unbedingt einen Blick auf die Liste werfen, womit auch gleich das Schicksal vier ihrer Bücher besiegelt war.

Zwei davon habe ich heute schon erhalten (besten Dank!) und sie gleich zu den geschätzten 50 anderen Büchern gepackt, die auf ein Wunder warten, um endlich irgendwo verstaut werden zu können. Es ist pathologisch. Gibt es eigentlich eine Selbsthilfegruppe für Fälle wie mich, die Anonymen Buchkaufsüchtigen oder so ähnlich? Wäre doch mal was.

Aber worauf ich eigentlich hinaus wollte: Es gibt tatsächlich einige Bücher, die immer noch völlig zu Unrecht auf ein neues Zuhause warten  – solltet Ihr also noch Platz haben, so könnt Ihr Euch von Jules eine bunt gemischte Liste verschiedenster Romane zuschicken lassen und bestimmt auch fündig werden (bevor ich auf die wahnwitzige Idee komme, selbst noch einmal zuzugreifen).

Vor einigen Tagen nutzten wir das Kontaktformular eines Immobilienportals, um den zuständigen Makler um einen Besichtigungstermin für eine Wohnung zu bitten.
Heute erhielten wir die Antwort: Er bräuchte zunächst unsere Adresse, um uns dann die Adresse des Objekts schriftlich und per Post mitteilen zu können. Nur so sei eine diskrete Außenbesichtigung zu gewährleisten.

Ein Fuchs, dieser Makler. Schließlich hatte er die Adresse auch in der Wohnungsanzeige nicht genannt, sondern nur eine äußerst vage Angabe zur Lage gemacht. Aber vielleicht wäre es zusätzlich hilfreich gewesen, die Adresse auf dem eingescannten Grundriss unkenntlich zu machen. Vielleicht.
Möglicherweise ist nicht jeder Interessent so diskret wie wir, die wir im Halbdunkeln, mit Hut, Sonnenbrille und hochgeschlagenem Mantelkragen um das Objekt geschlichen sind.

Ich werde es noch erleben, da bin ich mir sicher – dass irgendein Kunde trotz des riesigen Schildes direkt vor seiner Nase, auf dem gut lesbar “Wegen Inventur geschlossen” steht, die abgeschlossene Tür eintreten oder wahlweise demolieren wird.

Ich wünsche Euch ein ganz zauberhaftes, gesundes und glückliches neues Jahr!

schneekoenigin

Ich für meinen Teil habe heute einen geradezu euphorischen Start ins neue Jahr hingelegt. Meine Freundin H. und ich haben nach über fünf Jahren unseren Laufpakt reaktiviert, was im Klartext bedeutet, dass wir heute schon 80 Minuten lang walken waren. Ab sofort wollen werden wir dies 3x die Woche tun, mit dem Ziel, wieder richtig zu laufen, sobald wir uns nach der langen Pause wieder eine gewisse Grundkondition antrainiert haben.

Und im Anschluss habe ich – ganz und gar unerwartet und umso begeisterter – festgestellt, dass ich im letzten Dreivierteljahr 5 kg abgespeckt habe, ganz nebenbei und ohne auch nur einen Finger dafür krumm gemacht zu haben. Was mich gerade extrem motiviert. Jawohl.