Archiv fü Februar, 2009

What are your middle names?

Ich besitze erst gar keinen, der Biologe schon. Angelehnt an den Jungen, der sein Lachen verkaufte. Im Übrigen auch sein Rufname, seit er in jungen Jahren genug davon hatte, dass sein erster Vornamen immer wieder in Form von unsäglichen Spitznamen verhunzt wurde. Sein zweiter lässt erst gar keinen Spielraum für Abkürzungen, allerdings für die Schreibweise: “Mit 2 m!”

How long have you been together?

Bald sind es fünf Jahre. Oder auch ein ganzes Leben. Was war vorher?

How long did you know each other before you started dating?

Etwas über ein halbes Jahr lang haben wir uns erfolgreich bei der Arbeit ignoriert. Je nach Schicht war er der Kerl hinter der Bar, der mir die Getränke anreichte. Irgendwann häuften sich die gemeinsamen Schichten, und irgendwann kamen dann auch die Schichten, in denen nur wir zwei eingeteilt waren und uns so kaum länger ignorieren konnten. Und dann kamen die Schichtenden, der unausweichliche after work-Drink, die Frage, ob man die Nacht nicht noch woanders ausklingen lässt, die Cocktail-Bars, die finsteren Clubs …

Who asked whom out?

Wenn es doch so einfach gewesen wäre. Ich als sittsame ehemalige Klosterschülerin hätte nie den ersten Schritt gemacht, also hieß es den Biologen so zu provozieren, dass er seine Schüchternheit überwindet. Harte Arbeit. Aber nach diversen weiteren gemeinsamen Schichten, ein paar Longdrinks, einem after work-Spaziergang durch die nächtliche Stadt hatte ich ihn dann tatsächlich soweit.

How old are each of you?

Ich nähere mich mit Riesenschritten meinem 30. – und einer Midlife Crisis, die sich gewaschen hat. Der Biologe ist exakt fünf Monate jünger. So muss ich mir dann in Zeiten der Krise wenigstens keinen knackigen Jüngling suchen.

Whose siblings do you see the most?

Da wäre ein Bruder, irgendwo.

Which situation is the hardest on you as a couple?

Immer wieder die Abschiede, wenn beim Biologen Fortbildungen und Symposien anstehen. Dazwischen der Alltag, wenn der Biologe einmal am Tag mein Mopsbild wegräumt, nur damit ich es kurze Zeit später wieder ins Regal stelle.

Did you go to the same school?

Nein.

Are you from the same home town?

Nein. Auch wenn meine Kleinstadt gerne und völlig zu Unrecht als verkappter Vorort seiner Großstadt bezeichnet wird.

Who is smarter?

Der Biologe. Wenn er will.

Who is the most sensitive?

Ich. Wenn ich will.

Where do you eat out most as a couple?

Da wäre der Lieblingsmexikaner in Münster. Der Lieblingspub in Hattingen. Und – wenn es nach mir ginge – die Sushi-Bar meines Vertrauens in Dortmund.

Where is the furthest you two have traveled together as a couple?

London. Gleich zweimal im letzten Jahr und nicht annähernd so weit weg, wie es sich anfühlt.
Schlimm: Die weiteste Reise meines Biologen ohne mich, letztes Jahr nach Rhode Island. Ich habe es überlebt, irgendwie.

Who has the craziest exes?

Spontan: Ich. Aber dann stelle ich fest, dass mir wenigstens nie einer eine überdimensionale Plüsch-D*ddlmaus geschenkt hat. Also gewinnt der Biologe.

Who has the worst temper?

Ich. Ganz klar. Und es reicht für beide.

Who does the cooking?

Unter der Woche ich, am Wochenende er.

Who is the neat-freak?

Keiner von beiden. Leider.

Who is more stubborn?

Mist. Schon wieder ich.

Who hogs the bed?

Ganz klar er. Auch wenn er es jeden Morgen abstreitet.

Who wakes up earlier?

Er. Ich bin auch zwei Stunden nach dem Aufstehen noch nicht wach.

Where was your first date?

Da sind wir uns uneins. Ich behaupte, es war dieser schummrige Studentenclub, die Nacht, in der die Luft brannte. Ihm zufolge war es die Nacht der Oscar-Verleihung vor genau fünf Jahren – die Erklärung, warum man diese Nacht im Nachhinein kaum als Date bezeichnen kann, folgt. Zum Jahrestag, quasi.

Who is more jealous?

Ich lebe es mehr aus.

How long did it take to get serious?

Für ihn Tage. Für mich Wochen.

Who eats more?

Er. Und ich fordere zu seinem Leidwesen immer meinen Anteil, so als amtlicher Vorkoster.

Who does the laundry?

Arbeitsteilung ganz nach meinem Geschmack: Ich sortiere und stelle die Waschmaschine an, er hängt die Wäsche auf (”Aber Schatz, ich hab doch so Angst allein auf dem dunklen Dachboden.”).

Who’s better with the computer?

Ich kann HTML, er Excel.

Who drives when you are together?

Ich bin ein ganz furchtbarer Beifahrer, also: Ich.

[via Lu]

50

15.02.09

50Manchmal sind meine Schnapsideen gar nicht die schlechtesten. So wie die, mir eine Nähmaschine zu kaufen, eine Büchertasche zu entwerfen und diese dann bei DaWanda anzubieten. So wie die meisten meiner Ideen über Nacht entstanden und direkt umgesetzt, ohne Umwege und ohne weiter darüber nachzudenken. Ganz offensichtlich nicht der schlechteste Weg.

Und so hatte ich vorhin meinen 50. Verkauf. Und den Ansporn, in Zukunft nicht nur sporadisch, sondern regelmäßig zu nähen. Der 50. Verkauf, und ich bin genauso fassungslos und vor allem begeistert wie bei den 49 Verkäufen zuvor. Zumal ich anfangs nicht einmal mit einem einzigen gerechnet hätte.
Es freut mich nicht nur umgemein, dass es tatsächlich Menschen gibt, die sich für meine Büchertaschen begeistern können, es freut mich als Buchhändlerin auch sehr, dass es überhaupt einen Bedarf gibt. Dass es doch so viele Menschen gibt, die auch immer ein Buch bei sich tragen und kaum mal ohne eins in der Tasche vor die Tür gehen.

Und das ist sie, die Büchertasche in der zuckersüßen Variante, heute mittag genäht und kaum zehn Minuten nach dem Einstellen dann mein 50. Verkauf (und während ich mich jetzt weiter freue, werde ich noch ganz schnell neue Stoffe bestellen – für die nächsten 50):

Büchertasche

Ach so. Man ist also vermindert schuldfähig, wenn man zu Gewaltausbrüchen neigt. Gut zu wissen, muss ich mir merken.

Sollte ich also jemals beschließen, persönlich aktiv gegen die Überbevölkerung vorzugehen und ein unliebsames Leben vorzeitig zu beenden, so müsste ich mich doch nur vorher ein paar Monate lang pöbelnderweise in die Fußgängerzone stellen und Passanten hauen. Und vielleicht mal dem Biologen ein Veilchen verpassen. Die Katzen bestätigen meine Gewaltbereitschaft auch so jederzeit.
Dann vielleicht noch ein paar Schlückchen Hochprozentiges, und ich dürfte fein raus sein. Nur für den Fall, versteht sich.

p52Auf den letzten Drücker (wie sollte es auch anders sein) noch schnell mein Beitrag zum Wochenthema “Sinnesflut“. Nein, das Bild ist nicht wirklich künstlerisch wertvoll, soll es auch nicht sein.

Aber es zeigt das, was mir zu allererst zu dem Thema einfällt. Was, wenn nicht Bücher? Bücher, staubtrocken, bedrucktes Papier, aneinandergereihte Schriftzeichen… und doch, ja, Sinnesflut. Eine einzelne Seite in einem einzelnen Buch kann jeden einzelnen Sinn mit so vielen Eindrücken fluten, den Leser einer solchen Reizüberflutung aussetzen…

Ein ganz wunderbares Beispiel: Die Liebe in den Zeiten der Cholera von einem meiner Lieblingsautoren, Gabriel García Márquez. Ein wahres Fest für die Sinne.

mops

p52Nachdem ich es schon viel zu lange geplant und immer wieder aus den Augen verloren hatte, ist es nun soweit – ich nehme ab sofort am Projekt 52 teil. Und das gleich mit einem bösen, bösen Archivbild zum (noch) aktuellen Wochenthema “Kirchen“.

Viel zu sagen gibt es in diesem Fall nicht – das Foto ist bei einem unserer alljährlichen Hollandausflüge in der “Grote Kerk” (erwähnte ich schon, dass ich diese Sprache liebe?) in Alkmaar entstanden. Eine im Übrigen wunderschöne Stadt, über die ich jetzt aber nicht weiter nachdenken möchte, da ich sonst gleich wieder unter akutem Fern- bzw. Meerweh leide.

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