Archiv für die Kategorie 'Aufreger'

Ständig möchte ich etwas bloggen. Und dann tue ich es nicht direkt, und dann tue ich es überhaupt nicht. Warum auch etwas bloggen, wenn es schon wieder verjährt ist und genug andere Dinge in der Zwischenzeit passiert sind?

Darum ab sofort: Impulsbloggen. Einfach drauf los, dem Impuls folgen, bevor er verflogen ist. Auch wenn das Risiko besteht, ausfallend zu werden. Jetzt gerade zum Beispiel.

Da hatten wir vor einer Stunde endlich mal wieder einen Termin für eine Wohnungsbesichtigung. Was an sich schon ein Grund zu feiern ist, da der Markt hier für Wohnungssuchende echt mau ist. Und die wenigen Wohnunge sind entweder jenseits von oder aber hart umkämpft.

Aber dann die Wohnung gerade: Die Lage? Ein Traum im Grünen, die Stille nur von den angesichts des Wetters geradezu enthusiastisch tirilierenden Vögeln unterbrochen. Die Buchhandlung fast in Sichtweite. Das Haus? Ein Traum im Grünen. Neubau, gepflegt, nur vier Parteien. Die Wohnung? Ein Traum im Grünen, hell, perfekte Aufteilung, darüber nur der Dachboden, einfach perfekt.

Und schon beim Betreten sehe ich als erstes den Kratzbaum und merke, wie mir ein Stein vom Herzen fällt. Und tatsächlich – die Noch-Mieter haben zwei Katzen und erzählen, dass die Nachbarn von unten auch welche haben. Perfekt, denke ich, so eine traumhaft schöne Wohnung und offensichtlich auch noch ein Vermieter, der keine Vorurteile gegenüber Katzen hegt.

Der Vermieter will sich zwar noch nicht festlegen (ganz im Gegensatz zu mir), da die Interessenten mal wieder Schlange stehen, aber ich rechne mir Chancen aus. Bis ich zum Schluss die Katzen erwähne, pro forma sozusagen. Nein, sagt der Vermieter, Katzen gehen gar nicht. Hihi, denke ich mir, Sinn für Humor hat er also auch noch, wie schön. Und will es gerade laut aussprechen, als ich merke, dass er es ernst meint.

Die Mieter in der Wohnung nebenan haben eine Katzenhaarallergie, sagt er, das hätte schon ganz viel Ärger gegeben. Bitte wie, sage ich, das sind Wohnungskatzen, die bekommt doch überhaupt niemand zu Gesicht?! Ja, trotzdem, die Nachbarn von nebenan sind da sehr empfindlich, und er will nicht noch mehr Ärger.

Hallo? (Ich habe die überempfindliche Dame gesehen, wie sie im Fenster hing – sie kauft gelegentlich Bücher bei uns, was sie in Zukunft besser überdenken sollte. Sonst entwickle ich nämlich auch mal spontan eine Allergie…)

Ich meine mich noch gut daran erinnern zu können, dass es schon während meiner Jugend ordentlich abgedichtete Kopfhörer bzw. Ohrstöpsel gab. Also solche, die nicht alle im Umkreis von zwei Kilometern zufällig Anwesenden gleich mitbeschallen. Wo liegt also das Problem?
Dass es Menschen gibt, die bestrebt sind, sich auch die letzte verbliebene Hirnzelle noch wegzuwummern – kein Thema, zumal bei dem Großteil der Betreffenden ein Blick ausreicht, um zu wissen, dass es darauf auch nicht mehr ankommt.
Aber müssen sie ihre Mitmenschen auch noch mit ihrem BummBummBumm, Verzeihung, ihrer Musik quälen? Ich singe doch auch nur unter der Dusche!

Womit wir beim eigentlichen Problem wären: Ich rege mich zu viel auf. Ich rege mich nicht nur viel zu viel auf, nein, ich rege mich noch dazu leidenschaftlich gerne auf. Bis jetzt habe ich das immer auf mein Temperament geschoben und ganz gut damit gelebt, aber seit der Biologe mich immer öfter als Rumpelstilzchen tituliert … Nein, es muss sich was ändern. Also bleibt der Vorsatz für dieses Jahr: Weniger aufregen, mehr ignorieren. Vielleicht sogar so etwas wie die viel beschworene innere Ruhe entdecken.

Für Tipps, wie sich dieser Vorsatz auch in die Tat umsetzen lässt, bin ich natürlich sehr dankbar. (Okay, nicht mehr vor die Tür gehen, den ÖPNV meiden, den Fernseher abschaffen – soweit war ich auch schon …)

Natürlich stand das Auto auch am nächsten Tag immer noch auf unserem Stellplatz – weshalb mich unsere neue Untermieterin dann auch telefonisch bat, etwas zu unternehmen. Wollte ihr Mann sich nicht das Nummernschild schnappen? Nein, der sei arbeiten.

Ach, wie ich es liebe, wenn solche Dinge immer an mir hängen bleiben, wenn ich mich mit solchen dumm-dreisten Geschöpfen herumschlagen muss, als wüsste ich sonst nichts mit mir anzufangen.
Also rief ich bei der Polizei an, mit der Bitte, anhand des Kennzeichens den Halter zu ermitteln. Als wenn das so einfach wäre. Dass er mir die Telefonnummer des Halters nicht weitergeben dürfte, war mir schon vorher klar, deshalb ja auch mein grandioser Plan, den netten Herrn von der Polizei den Anruf machen zu lassen. Aber nein, das wäre schließlich Privatgelände, dafür wären sie nicht zuständig. Hrmpf.

Alternative? Ich müsse einen Abschleppdienst bestellen, in Vorleistung treten und dann versuchen, mir die Kosten über meinen Rechtsanwalt zurückzuholen. Ja, genau, so hatte ich mir das vorgestellt – ich weiß nicht nur generell nichts mit meiner Zeit anzufangen, ich weiß auch nicht wohin mit meinem ganzen Geld.
Aber zum Glück gibt es nette Polizisten, die sich erweichen lassen – so wie dieser, der dann doch den fraglichen Halter anrief. Der wiederum laut Polizist äußerst “erbost und wütend” reagierte, schließlich würde ich ihm ständig das Auto demolieren, und überhaupt sei das nun mal der einzig freie Stellplatz. Unwichtig, dass ich diese Tiefgarage im letzten halben Jahr vielleicht 10x betreten habe, dass ich dieses Auto vorher noch nie bewusst gesehen habe und dass ich Miete für diesen Stellplatz zahle und so selbst entscheiden darf, ob ich ein Auto darauf abstelle oder nicht.

So nicht, nicht mit mir. Erst bereute ich kurz, dass ich nicht tatsächlich so viel Geld im Überfluss habe, dass ich den Abschleppdienst hätte kommen lassen können, dann traf ich mich schnell mit unserer Untermieterin in der Tiefgarage, um den werten Herrn Stellplatzbesetzer mal genauer unter die Lupe zu nehmen.
Ein reizender Zeitgenosse, wirklich. Er sah nicht nur so aus, nein, er roch auch noch, als hätte er die letzten Nächte unter einer Brücke verbracht. Und – soweit sich seine etwas unartikulierten Laute so deuten ließen – er war sauer. Er hätte einen Stellplatz auf der anderen Seite, nur dass die Frau daneben ihm ständig Beulen ins Auto fahren würde, weshalb er sich ja wohl auf meinen Platz stellen könnte.
Zum Glück hatten wir ihn dann doch so weit, dass er grummelnd sein Auto wegsetzte, so dass die Sache hoffentlich damit erledigt ist.

Letztendlich war ja auch alles halb so wild und einfach nur schrecklich überflüssig – wäre da nicht die eine Sache, die mich wirklich zutiefst erschüttert hat: Der Kindersitz in seinem Auto.

Platzhirsch

23.10.07

Ich bin immer wieder erschüttert, ungläubig und fassungslos, wenn ich mit der Dreistigkeit mancher Mitmenschen konfrontiert werde.

Mitmenschen wie die, die einfach mal stillschweigend unseren Tiefgaragenstellplatz okkupiert haben, für den wir Miete zahlen und den wir gerade eben untervermietet haben. Mitmenschen wie die, die nicht nur unseren Tiefgaragenstellplatz okkupiert, sondern sich offensichtlich schon langfristig dort eingerichtet haben – inklusive Styropor-Schutz an der Wand.
Bis morgen haben sie Zeit, ihr Auto und ihr Styropor zu entfernen, sonst wird sich unser neuer Untermieter wohl leider an ihrem Nummernschild vergreifen müssen. Spaß hätte ich ja daran – und daran, sie im Winter jeden Morgen kratzen zu sehen.

Eine Kundenhotline, die 0,49€ die Minute (!) kostet, und dann noch ein Ansprechpartner, der nicht einmal der deutschen Sprache mächtig ist. Aber immerhin bin ich jetzt wach.

Wieso nur habe ich ständig das Gefühl, von dummen Menschen umgeben zu sein? (Nein, nicht hier!) Um es mit Forrest Gump zu sagen: “Dumm ist der, der Dummes tut” – genau das scheinen einige zum Leitmotiv ihres Lebens erklärt zu haben.

Wie zum Beispiel unsere neuen Nachbarn, die die benachbarte Wohnung gekauft haben und gerade eben einziehen. In eben die Wohnung, zu der einer der beiden Keller gehört.
Vor ein paar Tagen hatte ich sie schon darauf angesprochen, da ich ganz richtig vermutet hatte, dass die Wohnungsgesellschaft, die ihnen die Wohnung verkauft hat, diesen Rechtsstreit beim Verkauf mit keinem Wort erwähnt hat. Dabei kam heraus, dass der Makler ihnen auch gar nicht den aufgebrochenen (also laut Mietvertrag unseren) Keller gezeigt hat, sondern den anderen, der laut Wohnungsgesellschaft wiederum zu unserer Wohnung gehört. Ist das verständlich? Nein? Gut, ich verliere auch langsam den Überblick.

Auf jeden Fall waren die neuen Nachbarn erstmal voller Verständnis für unsere Situation – bis sie dann wenige Stunden später mit einem Lageplan vor unserer Tür standen, dem zufolge unser Keller zu ihrer Wohnung gehört. Ich habe ihnen ganz freundlich erklärt, dass dies ja auch mal gestimmt hat, dass die Keller der Teilungserklärung entsprechend ursprünglich anders aufgeteilt waren, dass diese Aufteilung aber seit nunmehr elf Jahren nicht mehr den Tatsachen entspricht. Davon wollten sie aber nichts wissen, sie stünden schließlich im Grundbuch, und überhaupt.
Tja, schön für sie, aber die Wohnungsgesellschaft kann ihnen nur etwas verkaufen, was ihr auch gehört, und genau diese Eigentumsverhältnisse sind zur Zeit eben noch strittig. Aber weil ich ein friedliebender Mensch bin, habe ich ihnen auch gleich gesagt, dass es mir persönlich schnurzpiepegal ist, welchen Keller wir letztendlich nehmen, dass wir aber zunächst abwarten müssen, was bei dem Rechtsstreit herauskommt. Schließlich sitzen wir derzeit auf einem Schaden im fünfstelligen Bereich, und den werde ich ganz sicher nicht so einfach hinnehmen. Und verantwortlich dafür ist nun mal ganz allein die Wohnungsgesellschaft.

Und von dem Einbruch und unserem Verlust mal ganz abgesehen finde ich die ganze Sache inzwischen eh nur noch lächerlich – die Keller sind gleich groß und ich frage mich, wieso die beiden Räume überhaupt jemals getauscht worden sind. Und von unseren Vermietern weiß ich mittlerweile auch, das sie die Wohnung damals schon mit dem getauschten Keller von der Wohnungsgesellschaft gekauft haben.

Und nun zum eigentlichen Highlight des heutigen Tages: Als wir gerade unseren Müll im Keller deponieren wollten, standen wir auf einmal vor einer verschlossenen Tür. Und nicht nur das – der zerstörte Riegel für das Vorhängeschloss befindet sich auf einmal an dem anderen, leeren Keller unserer früheren Nachbarn. Nicht nur, dass sie ohne ein Wort einfach unseren Keller in Beschlag genommen haben – sie haben auch noch still und leise das defekte Schloss ausgetauscht. Alles, ohne mal eben Bescheid zu sagen. So macht man sich Freunde. Zumal es uns ja wirklich egal gewesen wäre, wie wir die beiden Kellerräume letztendlich verteilen, sobald die Sache bitte, bitte ganz bald geklärt ist.
Und ich frage mich gerade – wenn wir denn nun doch den Keller nehmen, der laut Teilungserklärung zu unserer Wohnung gehört, und die letzten elf Jahre einfach mal ignorieren – ist es dann nicht Sachbeschädigung, wenn sie dort einfach den intakten Riegel abmontieren und durch ihren defekten ersetzen?

Ich kann echt nur noch den Kopf schütteln. Hätten sie nicht einfach bei uns klingeln und mit uns reden können? Ich kann es einfach begreifen, wie dumm-dreist manche Leute sind. Und das noch vor deren Einzug – dann mal auf gute Nachbarschaft!

Unmensch

14.06.07

Als ich neulich mit meinem Biologen in der Notaufnahme gewartet habe, sah ich dort einen Aushang – von einer Familie mit einem zugelaufenen Kater, der jemand mit einem Luftgewehr den Unterkiefer weggeschossen hatte. Die Familie bat um Hinweise und um finanzielle Unterstützung für die dringend notwendige OP, da der Kater gezeigt habe, dass er trotz allem kämpfen und leben wolle.

Schon als ich das gelesen habe, war ich fassungslos vor Wut. Inzwischen habe ich von meiner Mutter gehört, dass es sich bei diesem Kater nicht um das einzige Opfer handelt, dass hier im Tal ein Katzenhasser sein Unwesen treibt und schon mehrere Katzen tot aufgefunden worden sind.

Wer bitte tut so etwas? Für solche Fälle wünsche ich mir, dass der Pranger wieder eingeführt wird, am besten mit einem Tablett daneben, auf dem möglichst stumpfe Werkzeuge gereicht werden.

Anmerkung:
Das Foto dient lediglich als Anschauungsmaterial. Der dort abgebildete junge Mann hat sich nichts zu Schulden kommen lassen und ist – ganz im Gegenteil – ein ausgeprägter Katzenliebhaber.

Inzwischen sind ein paar Tage vergangen, und man sollte meinen, dass ich genug Zeit hatte, die Sache mit dem Keller zu begreifen und zumindest ansatzweise zu verarbeiten. Mitnichten. Ich habe mich zwar schon ein wenig an die Geschichte gewöhnt, bin aber nach wie vor, nicht in der Lage, sie zu begreifen. Es will mir einfach nicht in den Kopf.

Stündlich fallen mir neue Dinge auf, die nun für immer weg sind, wie zum Beispiel all meine Fotos, meine mir heiligen Erinnerungsstücke, ganze Teile meiner Vergangenheit. Nichtsdestotrotz bin ich erstaunlich gefasst, was das angeht.
Ich darf nur nicht über die Hintergründe nachdenken, dass da tatsächlich irgendwelche Dumpfbacken Hand an meine persönlichen Schätze gelegt haben und damit auch noch durchkommen sollen. Dass es tatsächlich als “Pech” tituliert und von mir erwartet wird, diese Dreistigkeit und den Verlust einfach so hinzunehmen, so zu tun, als wäre nichts gewesen.

Die Wut kocht. Nicht mit mir. Deshalb haben wir auch vor einer Woche einen Anwalt eingeschaltet, der Strafanzeige gestellt hat und nun alles Weitere in die Hand nimmt – auch wenn noch nicht abzusehen ist, inwiefern seine Bemühungen von Erfolg gekrönt sein werden. Aber eins werde ich ganz gewiß nicht tun – die Sache kampflos auf sich beruhen lassen.

Ein paar Hintergründe (die sich leider als komplizierter herausstellen als anfangs vermutet): Unser Keller war ursprünglich einer anderen, der benachbarten und gerade leer stehenden Wohnung zugeteilt. Aus welchen Gründen auch immer wurden die Keller vor elf Jahren getauscht – was auch all die Jahre kein Problem war, da trotz mehrfach wechselnder Mieter jeder immer den richtigen Keller hatte, ohne dass es Probleme mit der Zuweisung gab.
Nur dass die Wohnungsgesellschaft, der die andere Wohnung gehört, auf einmal nichts von dem Tausch gewusst haben will. Merkwürdig, dass sie trotzdem ihren Mietern immer den richtigen, also den getauschten Keller zugeteilt haben, incl. Schlüssel und allem. Und jetzt wedeln sie auf einmal mit einer seit elf Jahren unaktuellen Teilungserklärung, behaupten, sie hätten jedes Recht gehabt, unseren Keller zu räumen.

Die Ironie (unter anderem) an der Geschichte: Der Keller, der wenn überhaupt hätte geräumt werden sollen, ist leer – die Tür steht sperrangelweit auf, und er ist komplett leer. Es gab also nicht einmal etwas zu räumen.

Ein weiterer interessanter Nebenaspekt: Bislang gilt die Aktion nicht als Einbruch/ Diebstahl, da die entsprechende Absicht fehlt. Nicht dass mich die Absicht dieser Idioten auch nur ansatzweise interessieren würde, aber laut Rechtslage gilt eine Räumung nicht als Diebstahl, da die entwendeten Gegenstände entsorgt werden (wobei mich noch am allermeisten aufregt, dass überhaupt nicht differenziert wird, ob die Räumung rechtens war oder nicht – dass die den falschen Keller aufgebrochen haben, scheint kaum eine Rolle zu spielen).
Dumm nur, dass sich einer von dem Räumungskommando einem Nachbarn gegenüber verplappert und gesagt hat, dass er für die Möbel schon jemanden an der Hand habe. Und schon ist die Absicht eine ganz andere.

Es bleibt also spannend…