Archiv für die Kategorie 'Beziehungskiste'

Glück

17.03.09

Frau … äh … Mutti fragt nach “glücklichen Bildern“. Danke. Die Erinnerung an glückliche Stunden kann ich gerade nur zu gut gebrauchen. Und deshalb (und weil ich unfähig bin, mich festzulegen) gibt es auch gleich zwei Bilder, die in glücklichen Momenten entstanden sind und mich auch heute beim Ansehen noch glücklich machen.

Das Bild zeigt meine Freundin A. und mich abends nach einem langen, wunderschönen Tag, den wir in Köln am Rhein verbracht hatten. Erschöpft, von der Sonne verbrannt und mit der Erinnerung an Begegnungen, wie nur wir sie erleben konnten. Und nun zurück auf den Stufen vor unserem Lieblingspub, den Stufen, auf denen ich unzählige Stunden verbracht habe, in diesem wohl intensivsten Sommer meines Lebens. Ich war gerade vor einigen Wochen volljährig geworden und überwältigt vom Leben. Und in diesem Moment einfach nur glücklich.

Das zweite Bild ist nicht einmal ein Jahr alt, entstanden nur wenige Stunden, nachdem der Biologe und ich standesamtlich getraut worden waren. Und Glück ist gar kein Ausdruck für das, was ich in diesem Moment gefühlt habe, an unserem Lieblingsstrand in Holland, nur wir, das Meer und das kaum fassbare Wissen, nun endlich offiziell Mann und Frau zu sein.

Und auf eine ganz schicksalhafte Weise, die sich wahrscheinlich nur mir erschließt, stehen diese beiden Bilder in Verbindung, führten vom einen zum anderen.

What are your middle names?

Ich besitze erst gar keinen, der Biologe schon. Angelehnt an den Jungen, der sein Lachen verkaufte. Im Übrigen auch sein Rufname, seit er in jungen Jahren genug davon hatte, dass sein erster Vornamen immer wieder in Form von unsäglichen Spitznamen verhunzt wurde. Sein zweiter lässt erst gar keinen Spielraum für Abkürzungen, allerdings für die Schreibweise: “Mit 2 m!”

How long have you been together?

Bald sind es fünf Jahre. Oder auch ein ganzes Leben. Was war vorher?

How long did you know each other before you started dating?

Etwas über ein halbes Jahr lang haben wir uns erfolgreich bei der Arbeit ignoriert. Je nach Schicht war er der Kerl hinter der Bar, der mir die Getränke anreichte. Irgendwann häuften sich die gemeinsamen Schichten, und irgendwann kamen dann auch die Schichten, in denen nur wir zwei eingeteilt waren und uns so kaum länger ignorieren konnten. Und dann kamen die Schichtenden, der unausweichliche after work-Drink, die Frage, ob man die Nacht nicht noch woanders ausklingen lässt, die Cocktail-Bars, die finsteren Clubs …

Who asked whom out?

Wenn es doch so einfach gewesen wäre. Ich als sittsame ehemalige Klosterschülerin hätte nie den ersten Schritt gemacht, also hieß es den Biologen so zu provozieren, dass er seine Schüchternheit überwindet. Harte Arbeit. Aber nach diversen weiteren gemeinsamen Schichten, ein paar Longdrinks, einem after work-Spaziergang durch die nächtliche Stadt hatte ich ihn dann tatsächlich soweit.

How old are each of you?

Ich nähere mich mit Riesenschritten meinem 30. – und einer Midlife Crisis, die sich gewaschen hat. Der Biologe ist exakt fünf Monate jünger. So muss ich mir dann in Zeiten der Krise wenigstens keinen knackigen Jüngling suchen.

Whose siblings do you see the most?

Da wäre ein Bruder, irgendwo.

Which situation is the hardest on you as a couple?

Immer wieder die Abschiede, wenn beim Biologen Fortbildungen und Symposien anstehen. Dazwischen der Alltag, wenn der Biologe einmal am Tag mein Mopsbild wegräumt, nur damit ich es kurze Zeit später wieder ins Regal stelle.

Did you go to the same school?

Nein.

Are you from the same home town?

Nein. Auch wenn meine Kleinstadt gerne und völlig zu Unrecht als verkappter Vorort seiner Großstadt bezeichnet wird.

Who is smarter?

Der Biologe. Wenn er will.

Who is the most sensitive?

Ich. Wenn ich will.

Where do you eat out most as a couple?

Da wäre der Lieblingsmexikaner in Münster. Der Lieblingspub in Hattingen. Und – wenn es nach mir ginge – die Sushi-Bar meines Vertrauens in Dortmund.

Where is the furthest you two have traveled together as a couple?

London. Gleich zweimal im letzten Jahr und nicht annähernd so weit weg, wie es sich anfühlt.
Schlimm: Die weiteste Reise meines Biologen ohne mich, letztes Jahr nach Rhode Island. Ich habe es überlebt, irgendwie.

Who has the craziest exes?

Spontan: Ich. Aber dann stelle ich fest, dass mir wenigstens nie einer eine überdimensionale Plüsch-D*ddlmaus geschenkt hat. Also gewinnt der Biologe.

Who has the worst temper?

Ich. Ganz klar. Und es reicht für beide.

Who does the cooking?

Unter der Woche ich, am Wochenende er.

Who is the neat-freak?

Keiner von beiden. Leider.

Who is more stubborn?

Mist. Schon wieder ich.

Who hogs the bed?

Ganz klar er. Auch wenn er es jeden Morgen abstreitet.

Who wakes up earlier?

Er. Ich bin auch zwei Stunden nach dem Aufstehen noch nicht wach.

Where was your first date?

Da sind wir uns uneins. Ich behaupte, es war dieser schummrige Studentenclub, die Nacht, in der die Luft brannte. Ihm zufolge war es die Nacht der Oscar-Verleihung vor genau fünf Jahren – die Erklärung, warum man diese Nacht im Nachhinein kaum als Date bezeichnen kann, folgt. Zum Jahrestag, quasi.

Who is more jealous?

Ich lebe es mehr aus.

How long did it take to get serious?

Für ihn Tage. Für mich Wochen.

Who eats more?

Er. Und ich fordere zu seinem Leidwesen immer meinen Anteil, so als amtlicher Vorkoster.

Who does the laundry?

Arbeitsteilung ganz nach meinem Geschmack: Ich sortiere und stelle die Waschmaschine an, er hängt die Wäsche auf (”Aber Schatz, ich hab doch so Angst allein auf dem dunklen Dachboden.”).

Who’s better with the computer?

Ich kann HTML, er Excel.

Who drives when you are together?

Ich bin ein ganz furchtbarer Beifahrer, also: Ich.

[via Lu]

Just married

21.05.08

Heute sind wir genau zwei Wochen verheiratet, und diese … ja, diese Tatsache, dieser neue Familienstand und ich, wir sind uns immer noch ganz fremd. Was wohl zum größten Teil daran liegt, dass ich nie gedacht, geschweige denn erwartet hätte, dass dieser Tag, der 07.05.2008, nicht nur das Potential hatte, der schönste im Leben zu werden, sondern es auch tatsächlich geworden ist. Dementsprechend auch das Unvermögen, diesem Tag mit bloßen Worten gerecht zu werden.

Ich war einfach nicht darauf vorbereitet, dass dieser Tag, unsere Hochzeit, so unglaublich schön werden würde. Schließlich haben wir zunächst nur standesamtlich und im ganz kleinen Rahmen geheiratet. Und trotzdem – wenn ich es wage, nur daran zu denken, bekomme ich sofort eine Gänsehaut und Pipi in den Augen. Ein Traum, der wahr geworden ist.
Und wenn es mir dann noch irgendwann gelingt, wirklich zu realisieren und zu verinnerlichen, dass der Biologe und ich jetzt ganz offiziell ein Ehepaar sind … Hach.

brauthund

Herzklopfen

06.05.08

Mein letzter Tag als ledige Frau. Frisch massakriert von der Katze, wie sich das gehört. Meine Hand sieht aus, als hätte ich in den Rasenmäher gepackt – aber zum Glück ist es nur die linke, außerdem ist das nichts in Vergleich mit meinen Nerven. Ja, meine Nerven, ich kann es immer nur wiederholen – nach der Hochzeit brauche ich erstmal eine Reha.

Die Stunden sind gezählt, und ich bin zu nichts mehr zu gebrauchen, tigere in der Wohnung hin und her und weiß nicht, wohin mit mir. Dafür spontan heute morgen noch eine zweite Trauzeugin gekürt. Ich schaffe es nicht einmal, die Tasche für den ersten Teil unserer Mini-Flitterwochen zu packen, dabei wird es Zeit. Schließlich wollen wir direkt nach dem Sektempfang “durchbrennen”, ab ans Meer, schauen, wie es sich als frisch gebackenes Ehepaar so anfühlt, das Meer, die Luft, das Leben.

Und ich kann es immer noch nicht glauben, als wäre es zu schön, um wahr zu sein. Als träfen wir Vorbereitungen für eine Theateraufführung, aber nicht für das wahre Leben. Die Vorstellung, in weniger als 24 Stunden einen neuen Namen zu tragen und ganz offiziell die Ehefrau des Biologen zu sein – unfassbar. Und doch …

Ich verabschiede mich hiermit als Bina H. – demnächst dann als Bina S., wenn auch wahrscheinlich immer noch nicht erwachsener, dafür aber verheirateter!

Splitter

19.04.08

Um dieses Thema abzuschließen: Ich habe mich wirklich bemüht, konnte mich aber letztlich doch nicht mit der Regendusche anfreunden. Ich habe meinen alten Duschkopf wieder – und nach wie vor meine Tee-Sammlung auf der Anrichte. Dafür darf der Biologe aber auch gerade Fußball gucken, schließlich bin ich eigentlich eine ganz Nette, wenn auch gut getarnt.  Wenigstens hat er noch nicht nach Bier und Schnittchen gefragt, damit wartet er wahrscheinlich bis nach der Hochzeit.

Apropos Hochzeit: Ich werde wohl als die Braut mit den schwärzesten Augenringen aller Zeiten in die Geschichte eingehen. Es sind noch zweieinhalb Wochen, und ich kann mich jetzt schon nicht mehr erinnern, wann ich das letzte Mal ordentlich geschlafen habe. Hochzeitskoller nennt man das wohl.

Die eine Katze leidet nicht mehr nur unter Spliss, sondern auch noch unter Schuppen. Welch ein Verfall.

Dafür habe ich mir neulich tatsächlich die Augenbrauen färben lassen. Aber ich mutiere wohl trotzdem nicht zur Tussi – das habe ich gestern gemerkt, als ich das erste Mal meine Brautschuhe angezogen und an den hohen Absätzen fast verzweifelt bin. Was nicht heißen soll, dass ich hohe Absätze nicht mag – ich habe ganz viele Schuhe mit unterschiedlich hohen Absätze, die im Schuhschrank immer wieder ganz furchtbar hübsch anzusehen sind.

Juweliere sind ja mal dermaßen arrogant.

Und überhaupt wächst mir gerade alles über den Kopf, aber es soll wohl schlimmere Anlässe geben.

Und doch noch ein Tor in der Nachspielzeit – ich soll mich gefälligst mitfreuen. Ich weiß zwar nicht, ob das schon unter voreheliche Pflichten fällt, will aber mal nicht so sein. Ich geh mich dann mal freuen.

Regentanz

30.03.08

Mit dem Biologen habe ich wirklich Glück gehabt, auch und gerade, was das Zusammenleben angeht. Bis auf kaum erwähnenswerte Ausnahmen sind wir bei der Wohnungseinrichtung und -dekoration immer dermaßen einer Meinung, dass es fast schon unheimlich ist.
Dabei ist der Biologe nicht einmal der Typ Mann, dem solche Feinheiten gleichgültig sind, ganz im Gegenteil – er hat einen recht ausgeprägten Geschmack, der sich dankenswerterweise in weiten Teilen mit meinem deckt.

Wäre es anders, hätten wir ein Problem – hört man doch immer, dass das Zusammenleben eine gewisse Kompromissbereitschaft beider Beteiligten erfordert. Und wenn ich eins nicht bin (zumindest was mein Heim angeht), dann ist es kompromissbereit. Tatsache. Um auf die oben erwähnten Ausnahmen zu sprechen zu kommen – ich stapele mit Vorliebe meine Teepackungen auf der Küchenanrichte, direkt neben dem Wasserkocher. Ich mag die vielen kleinen bunten Schachteln, und ich mag es, sie immer direkt im Blick zu haben, wenn ich mich für eine Sorte entscheiden muss. Ich bin eben leidenschaftlicher Teetrinker, weshalb es für mich ein Unding wäre, mein Sammelsurium in den Schrank zu verbannen.
Nun ist es aber so, dass dieser Stapel beständig wächst und gedeiht, da ich gar nicht so schnell Tee trinken kann, wie ich neue Sorten entdecke. Und dem Biologen gefällt dieser Stapel nicht, er hätte es gerne, dass ich zumindest einen Teil davon wegräume. Und ich kann es nicht. Ich würde ihm gerne den Gefallen tun, kann es aber einfach nicht.

Und das meine ich mit “Glück gehabt” – dass ein paar Teepackungen der einzige winzig kleine Streitpunkt sind. Gestern habe ich mich noch mit meiner Freundin S. über das Thema unterhalten, deren Freund neulich mit einem wohl unsäglich hässlichen Bild aus der Wohnung seiner Mutter ankam, fest entschlossen, es in der gemeinsamen Wohnung aufzuhängen. Furchtbar.

Aber worauf ich eigentlich hinaus will – ich bin ja gar nicht so stur und unnachgiebig, wie es hier jetzt vielleicht den Anschein hat. Gerade diese Woche habe ich zurückgesteckt, um dem Biologen eine Freude zu machen – ich habe ihm eine Regendusche gekauft. Und das, obwohl mir doch kaum was über einen ordentlichen Wasserdruck geht. Jede Frau mit längeren, dicken Haaren wird wissen, was ich meine. Abgesehen davon, dass ich den Wasserstrahl beim Duschen einfach gerne auf der Haut spüre, ist ein ordentlicher Wasserdruck einfach unerlässlich, um Shampoo und Spülung gründlich auszuwaschen.

Nun haben wir also diese Regendusche. Der Biologe jauchzt, und ich bin verzweifelt. Dieses lurige Rinnsal, bei dem ich kaum merke, dass ich überhaupt unter der Dusche stehe, und die Tatsache, dass ich auch nach einer halben Stunde noch Shampooreste in den Haaren habe. Dabei ist es eine ganz besonders raffinierte Regendusche – mit integrierter Massagestrahlfunktion.
Nur dass dieser Massagestrahl einen sagenhaften Durchmesser von ca. 1cm hat und eher dazu angedacht ist, einem die Schädeldecke zu zertrümmern. Mit Wasserdruck hat das nicht mehr viel zu tun.

Ein Dilemma sondergleichen also. Mein Biologe wäre nicht mein Biologe (und mein Bräutigam, hach), wenn er mir nicht schon wiederholt angeboten hätte, wieder den alten Duschkopf anzubringen. Aber nein, Schatz, lass ruhig, wenn du die Regendusche doch so magst, habe ich gesagt, ganz uneigennützig, wie ich betonen will.
Eine Haltung, die ich wahrscheinlich noch höchstens eine Woche beibehalten werde. Soviel dazu.

Dufte

27.03.08

Gestern waren es Plätzchen, heute rieche ich nach Erdbeerkuchen. Der Biologe freut sich, und ich kaufe mir morgen gleich noch eine Tube von meiner neuen Bio-Feuchtigkeitscreme (die angeblich duftneutral ist).

Gewissheit

23.12.07

“Du hast da was”, sagt er, befeuchtet seinen Daumen mit Spucke und rubbelt mir damit über die Stirn. Und während es mich schüttelt, weiß ich gleichzeitig, dass er der perfekte Vater für meine Kinder sein wird (irgendwann mal).